Erstellt am 19. Januar 2015, 08:49

von NÖN Redaktion

Zumindest drei neue Bürgermeister. ÖVP stellt derzeit 29 Ortschefs, die SPÖ einen. In drei Gemeinden treten die bisherigen Amtsinhaber nicht mehr an.

Ein mittlerweile historisches Foto von der Angelobung der Bürgermeister und Vizebürgermeister durch den damaligen Bezirkshauptmann Werner Nikisch in Langenlois im Jahre 2010: Mehr als ein Drittel der Ortschefs wird bei der Amtseinführung heuer nicht mehr dabei sein.  |  NOEN, Johann Lechner
Kommenden Sonntag werden in den 30 Gemeinden des Bezirkes Krems-Land die Ortsparlamente neu gewählt. Insgesamt sind 57.600 Personen berechtigt, bei der Gemeinderatswahl ihre Stimme abzugeben. Bei der letzten Wahl im März 2010 waren es etwa 55.000.

Die ÖVP stellt derzeit 29 Ortschefs und 380 Mandatare, die SPÖ ein Gemeindeoberhaupt (Paudorf) und besetzt 141 Sitze. Die FPÖ hält bei 22 Vertretern, die Grünen bei 5. Sonstige Listen kommen auf 22. Die Stadt Krems wählt erst 2017.

Personelle Weichenstellungen wurden durch zahlreiche Bürgermeisterwechsel im Laufe der vergangenen Monate und Jahre schon vorgenommen. Es wird zumindest drei neue Bürgermeister geben (Lengenfeld, Senftenberg, Weißenkirchen), weil die Amtsinhaber nicht mehr antreten. Ein Überblick.
  • In Aggsbach Markt ist Hermann Gerstbauer zum Jahreswechsel 2013 zurückgetreten. Nachfolger Hannes Ottendorfer stellt sich ebenso wie Vizebürgermeister Josef Kremser erstmals der Wahl. Die Bürgerliste „Wir für Euch“ rund um Sepp Trinkl tritt nicht mehr an, dafür versucht es eine blaue Gruppierung. Derzeitiger Mandatsstand: 8 ÖVP : 5 SPÖ : 2 Wir für Euch.
  • Knapp ist es rechnerisch in Albrechtsberg. Bürgermeisterin Ingrid Kleber regiert mit nur einem Mandat Überhang gegenüber der Unabhängigen Gemeindeliste (6), mit der es aber seit langem eine Koalition gibt (Franz Rosenkranz stellt den Vize), und der SPÖ (3).
  • Roman Janacek hat bei seinem ersten Antreten als Spitzenkandidat der ÖVP in Bergern ein Mandat dazugewonnen und verfügt über eine solide Mehrheit von 15 Sitzen gegenüber 4 von der SPÖ.
  • Keine Mandatsverschiebungen brachte die Gemeinderatswahl 2010 in Droß. Dort sitzen den 9 ÖVP-Mandataren unter der Führung von Andreas Neuwirth je 3 von SPÖ und FPÖ gegenüber.
  • Mit der Bestellung von Barbara Schwarz zur Landesrätin wurde 2011 in Dürnstein ein Bürgermeisterwechsel notwendig. Johann Schmidl wurde Nachfolger und will noch eine Periode anhängen (10 ÖVP : 3 FPÖ : 2 SPÖ).
  • In Gedersdorf hielt Ortschef Franz Gartner die 13 Mandate für die ÖVP (SPÖ 6, Liste Lebensraum Gemeinde Gedersdorf 2). Er hat in der Zwischenzeit aber Franz Brandl an der Spitze der Gemeindeführung Platz gemacht. Den Einzug ins Ortsparlament strebt diesmal auch die FPÖ an.
  • Das Antreten der Bürgerliste „Wir für Gföhl“ kostete die ÖVP unter Karl Simlinger in Gföhl die absolute Mehrheit. Er blieb mit Unterstützung von Siegfried König (damals FPÖ, jetzt wilder Mandatar) an der Macht, bis ihm Ende 2013 ein „Sager“ im Zusammenhang mit einem geplanten Asylantenheim zum Verhängnis wurde. Mit Ludmilla Etzenberger steht erstmals eine Frau an der Spitze der Stadt, Günter Steindl als „roter“ Vize ist auch eine Novität. „Wir für Gföhl“ tritt überraschend nicht mehr an, dafür kandidieren mit der Namensliste König und den Grünen zwei neue Listen. (11 ÖVP : 8 SPÖ : 1 FPÖ : 3 Wir für Gföhl).
  • Relativ eng ist die Ausgangssituation in Furth. Vor fünf Jahren verlor die ÖVP mit Alfred Bruckner je einen Sitz an die SPÖ und die FPÖ. Mittlerweile führt mit Gudrun Berger zum zweiten Mal nach Martha Löffler eine Frau die Marktgemeinde am Fuße des Göttweigers (derzeit 11 ÖVP : 9 SPÖ : 1 FPÖ).
  • ÖVP (nun 14) und SPÖ (5) mussten in Grafenegg je einen Sitz an die FPÖ (2) abgeben. Bürgermeister Anton Pfeifer tritt wieder an.
  • Bei ihrem ersten Antreten als Ortschefin holte Liselotte Golda in Hadersdorf gleich ein zusätzliches Mandat (auf 13), die SPÖ hält jetzt bei 6. Die FPÖ versucht, in das Ortsparlament zu kommen.
  • Franz Aschauer wird in Jaidhof auch in diese Wahl als Bürgermeisterkandidat gehen, wenngleich die ÖVP ihre Kandidaten alphabetisch gereiht hat. Mit seinem Familiennamen steht er ohnehin an erster Stelle. Die ÖVP verfügt über eine 15:4-Mehrheit.
  • Bei der ÖVP in Krumau setzte sich 2010 in einem Vorzugsstimmenwahlkampf Franz Sinhuber gegenüber Josef Graf durch und wurde Nachfolger von Erwin Warnung. Am Mandatsstand hat sich nichts geändert: 9 ÖVP : 5 SPÖ : 1 FPÖ).
  • Der eindeutigste Wahlsieger im Jahr 2010 war Hubert Meisl in Langenlois. Er gewann nicht nur fünf 2005 verlorene ÖVP-Sitze und die absolute Mehrheit zurück, sondern noch drei zusätzliche Mandate (auf 20). FPÖ/OPAL (derzeit 2 Sitze) mit Rene Schimanek und Elmar Menigat gehen diesmal getrennte Wege, die SPÖ (4) und die Grünen (3) wollen die absolute ÖVP-Mehrheit brechen. Wegen des Bevölkerungszuwachses werden diesmal 4 Mandate mehr vergeben.
  • In Lengenfeld trat vor fünf Jahren die Bürgerliste nicht mehr an. Deren zwei Mandate gingen an ÖVP und FPÖ. Bürgermeister Otmar Gschwantner tritt nicht mehr an. Neuer ÖVP-Listenführer ist Andreas Schuster. Die FPÖ tritt nicht mehr an, dafür eine Bürgerliste, angeführt vom früheren ÖVP-Vize Ernst Thaller (12 ÖVP : 6 SPÖ : 1 FPÖ).
  • 18 : 3 lautet das eindeutige Mandatsverhältnis in Lichtenau, wo Bürgermeister Andreas Pichler die ÖVP-Liste für eine weitere Periode anführt.
  • Edmund Binder war 2010 neuer Spitzenkandidat der ÖVP in Maria Laach. Er verlor ein Mandat (auf 10) an die SPÖ (2), die Liste Jauerling aktiv holte 3 Mandate, tritt jedoch am Sonntag nicht mehr an.
  • Einen Generationenwechsel hat es in der Römerstadt Mautern gegeben. Die Führung ging von Armin Sonnauer an Heinz Brustbauer über. Vor fünf Jahren wanderte ein Mandat von der SPÖ zur Bürgerliste Mautern anders (14 ÖVP : 5 SPÖ : 3 Mautern anders : 1 FPÖ).
  • Nach dem Gewinn von drei Mandaten (auf 15) arbeitet Bürgermeister Manfred Hackl in Mühldorf mit einer komfortablen Mehrheit gegenüber der SPÖ (4).
  • Wenig getan hat sich 2010 in Paudorf. Dort blieb der Mandatsstand mit 13 SPÖ : 8 ÖVP unverändert. Bürgermeister Leopold Prohaska sitzt als einziger „roter“ Ortschef des Bezirks fest im Sattel. Mit Martin Rennhofer hat die ÖVP einen neuen Frontmann. Auch die FPÖ tritt an.
  • Albert Pani war in Rastenfeld nur ein Kurzzeitbürgermeister. Seine ÖVP (12) verlor zwei Sitze an die SPÖ (4), die Liste Lebenswerte Gemeinde kam wieder auf 3, tritt diesmal aber nicht mehr an. Ortschef ist seit gut zwei Jahren Gerhard Wandl.
  • Mit vier Parteien (12 ÖVP : 3 SPÖ : 2 Grüne : 2 FPÖ) geht es im Rohrendorfer Gemeinderat relativ bunt zu. Die FPÖ, deren Mandate die meiste Zeit unbesetzt waren, kandidiert nicht mehr. Der Bürgermeisterwechsel wurde schon vor längerer Zeit vollzogen. Gerhard Tastl ist Nachfolger von Rudolf Danner.
  • Ein Plus von zwei Sitzen (auf 13) brachte Erich Polz in Rossatz-Arnsdorf einen guten Polster gegenüber der SPÖ (5) und FPÖ (1).
  • In Spitz tritt Bürgermeister Andreas Nunzer wieder an. Er wurde 2010 Nachfolger von Hannes Hirtzberger. Neben WIR/ÖVP mit 12 Mandataren verfügen SPÖ über 3 und die „Spitzer Gemeindeliste“ über 4 Sitze.
  • In St. Leonhard gewann Andreas Aschauer drei Mandate dazu, Bürgermeister ist er aber nicht mehr. Er zog sich aus beruflichen Gründen aus der Gemeindepolitik zurück. Nachfolger wurde Hermann Steininger (16 ÖVP : 3 SPÖ). Auch die FPÖ tritt an.
  • Peter Heindl legte in Schönberg leicht zu (auf 14), die SPÖ stellt 4 Mandatare, die FPÖ einen.
  • In Senftenberg soll Josef Ott nach Karl Steger die Gemeindeführung übernehmen. Die ÖVP legte bei der Wahl 2010 um einen Sitz auf 12 zu, die SPÖ hält bei 7. Diesmal treten auch die Grünen an.
  • Walter Harauer ist wieder Bürgermeisterkandidat für die ÖVP in Straß. Mit Martin Leuthner ist ein Nachfolger designiert (14 ÖVP : 4 SPÖ : 1 FPÖ).
  • Stratzing zählt zu den schwarzen Hochburgen. Gemeindechef Josef Schmid verfügt mit 13 : 2 (SPÖ) über eine komfortable Mehrheit.
  • Mit 14 (ÖVP) : 5 (SPÖ) blieb in Weinzierl am Walde vor 5 Jahren alles beim Alten. Bürgermeister Herbert Prandtner sitzt fest im Sattel und stellt sich auch am Sonntag der Wahl.
  • Nicht mehr antreten wird Anton Bodenstein in Weißenkirchen. Der derzeitige Vizebürgermeister Hubert Trauner ist ÖVP-Spitzenkandidat. (13 ÖVP : 4 SPÖ : 2 FPÖ).