Erfolg beim Bio-Printing für Kremser Unternehmen. Kremser GmbH half Forschern bei Durchbruch im Bereich 3D-Bio-Printing.

Von Johannes Mayerhofer. Erstellt am 11. September 2020 (05:01)
Erfolg nach zwei Jahren Kooperation: In Zukunft könnten vaskularisierte Hautmodelle und Organe aus Bio-Printing unter anderem bei der Testung von Medikamenten nützlich sein. Die Kremser Arthro Kinetics Biotechnology GmbH treibt diese Technologie mit der Universität Innsbruck voran und kooperiert auch mit der Donauuniversität Krems.
Foto: Josef Herfert

Es sind hygienisch strengstens geschützte Laborräume, in denen die Mitarbeiter der Kremser Arthro Kinetics Biotech GmbH ihre Arbeit tun. „In den heikelsten Bereich kommt man nur mit vollständiger Verhüllung und nach einer etwa einstündigen Hygieneprozedur“, erläutert Geschäftsführerin Sylvia Kessel.

Das Unternehmen erstellt unter anderem Implantate für Knorpelersatz, für deren Produktion Kollagen – ein im menschlichen Körper vorkommendes Protein – herangezogen wird. Diese werden bereits global in der Humanmedizin angewandt. Nach nun zweijähriger Kooperation des Unternehmens mit der Universität Innsbruck gelang den Forschern dort jetzt ein Erfolg im Gebiet des biologischen 3D-Drucks: die Herstellung vaskularisierten Gewebes.

Vision: Ganze Organe voll biologisch herstellen

„Es handelt sich hier nicht einfach um Haut, sondern um dreischichtige, lebende Hautmodelle, die Gefäße, ähnlich unseren Blutgefäßen, ausbilden“, erklärt Kessel. Die Kombination von 3D-Bio-Druck mit Kollagenmatrizes zur Geweberegeneration macht es möglich. „Wenn man diese Technik weiterentwickelt, wird es auch möglich sein, ganze Organe auf diese Weise voll biologisch herzustellen.“

Der Vorteil dieser Errungenschaft ist offensichtlich: „An solch realitätsgetreuen Haut-, Gewebe- oder Organmodellen lassen sich die Wirkungen von Medikamenten besser nachvollziehen. An einer Bio-Print-Lunge könnte man dann etwa die Auswirkungen von Anti-Covid19-Medikamenten beobachten. Und bevor ein Tumorpatient auf eine medikamentöse Achterbahnfahrt geschickt wird, könnte man die Medikamente mit der optimalen Wirkung an derartigen Modellen vorher ertesten“, zeigt sich Kessel zuversichtlich. Sie rechnet in den nächsten Jahren mit der Marktreife dieser Technologie. Kooperationsprojekte gibt es auch mit der Donauuniversität Krems.