Krems – St. Pölten: Pendler-Hoffnung wieder zerstört. Elektrifizierung der Kremser Bahn erneut verschoben. Es könnte erst 2027 soweit sein.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 18. November 2020 (11:21)
Auf die Elektrifizierung der Eisenbanhstrecke Krems – St. Pölten und eine damit verbundene starke Verkürzung der Fahrzeit müssen die ÖBB-Kunden wohl noch länger warten …
Johann Lechner

Im ersten Entwurf des sogenannten Rahmenplans der ÖBB bis 2027 war die langersehnte Elektrifizierung der Strecke Krems – Herzogenburg – St. Pölten noch drinnen. Jetzt sucht man sie vergebens. Für die Pendler zwischen Krems und der Landeshauptstadt heißt es also einmal mehr: „Bitte warten!“

ÖBB-Sprecher Christopher Seif bestätigt auf Anfrage der NÖN, dass die Strecke Herzogenburg – Krems frühestens 2027 bis 2029 drankommen wird. „Die Planungen werden frühestens 2023 starten.“

Forderungen gehen in die 1980er-Jahre zurück

„Seit ich politisch aktiv bin, ist dieses Thema virulent“, ist der Kremser Stadtchef Reinhard Resch (SPÖ) enttäuscht. „Untersuchungen zur Elektrifizierung sowie Streckenbegradigungen, die eine höhere Fahrgeschwindigkeiten erlauben, gibt es schon seit dem Jahr 1980!“ Beweggründe der wiederholten Verschiebung seien nicht bekannt.

Verkehrsstadtrat Alfred Scheichel habe aktuell deshalb eine Anfrage an die ÖBB gestellt. „Die Stadt Krems als Bildungs-, Universitäts- und Kulturstadt mit wachsendem Tourismus braucht verbesserte Anbindungen“, will sich Resch selbst nun um einen Termin bei ÖBB-Chef Andreas Matthä bemühen.

ÖVP-Bundesrätin Doris Berger-Grabner berichtet zwar von einer Umsetzung 2026, will sich aber „für eine raschere Vorgehensweise“ einsetzen. „Gerade der grünen Umweltministerin müsste der Umstieg von Diesel- auf Elektrozüge ja ein besonderes Anliegen sein.“

Weil eine Unterstützung aus der Region immer hilfreich sei, werde sie gemeinsam mit Parteikollegen – dem Herzogenburger Stadtrat Max Gusel und St. Pöltens Stadtvize Matthias Adl – eine gemeinsame Forderung aufstellen und in die Gemeinderäte bringen. Mit einer „gemeinsamen Forderung und Betonung der Notwendigkeit und Dringlichkeit“ könne es gelingen, die ÖBB zu bewegen, die Maßnahmen noch vor 2027 in Angriff zu nehmen.