In Paudorf wird der Fokus auf das Nötigste gelegt. Bürgermeister Rennhofer möchte sich bei den Investitionen auf das Notwendigste beschränken und rechnet damit, im anstehenden Jahr nachjustieren zu müssen.

Von Isabel Schmidt. Erstellt am 09. Januar 2021 (04:34)
Fast fünf Millionen Euro umfasst das Paudorfer Budget für das Jahr 2021. Doch weil die SPÖ von der regierenden ÖVP nicht in die Vorbereitungen des Gemeindehaushalts eingebunden war, verweigerte man die Zustimmung.
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Auch im öffentlichen Haushalt von Paudorf haben die Auswirkungen der Pandemie ihre Spuren hinterlassen. Coronabedingt stehen der Marktgemeinde 18 Prozent weniger Bundesertragsanteile als im Vorjahr zur Verfügung. „2021 wird davon geprägt sein, vorsichtig zu beginnen und in der Jahresmitte weitere Entscheidungen zu treffen“, erklärt ÖVP-Bürgermeister Martin Rennhofer.

Bürgermeister Martin Rennhofer rechnet wieder mit einem Nachtragsvoranschlag.
MK

Der Budgetvoranschlag für das Jahr 2021 sieht Einnahmen in Höhe von knapp 4,8 Millionen und Aufwendungen von rund 4,74 Millionen Euro vor. Daraus ergibt sich ein positives Nettoergebnis von 34.000 Euro. In Summe sind Investitionen in Höhe von knapp drei Millionen Euro geplant.

Der Voranschlag wurde mit zehn Stimmen von ÖVP und einer Stimme der FPÖ beschlossen. Die zehn Mandatare der SPÖ-Fraktion stimmten geschlossen dagegen. Zu den größten Vorhaben für 2021 zählt der Umbau des Gemeindezentrums und des Feuerwehrhauses.

Größtes Projekt ist Gemeindezentrum

Für das Gemeindezentrum wurden 1,2 Millionen und für die Feuerwehr 800.000 Euro budgetiert. Für den Straßen- und Güterwegbau sind insgesamt 180.000 Euro im Voranschlag vorgesehen. „Die Gelder sind jetzt einmal grundsätzlich so geparkt. Wir wollen uns Anfang des Jahres aufgrund der angespannten finanziellen Lage aber genau ansehen, was wirklich notwendig ist“, sagt Bürgermeister Rennhofer. „Zu diesem Zeitpunkt ist es schwierig, zu sagen, wie das erste Halbjahr wird. Wir werden nächstes Jahr sicher wieder einen Nachtragsvoranschlag brauchen“, führt der Gemeindechef aus.

SPÖ kritisiert Vorgehen und vermisst Projekte

„Der Hauptgrund, wieso wir dem Budget nicht zugestimmt haben ist, dass wir bei der ganzen Budgetfrage überhaupt nicht miteingebunden wurden. Wir haben den Voranschlag, nach Aufforderung, verspätet vorgelegt bekommen. Vier Stunden vor der geplatzten Sitzung gab es dann einen neuen Voranschlag, der sich um 200.000 Euro differenziert hat, der aber immer noch nicht gestimmt hat und nie öffentlich aufgelegt wurde“, kritisiert SPÖ-Fraktionssprecher Michael Sacher.

Michael Sacher (SPÖ) kritisiert das Gemeindebudget 2021 sowie mangelnde Kommunikation der ÖVP mit der Opposition.
Martin Kalchhauser

„Heuer waren wir wegen der Corona-Krise überall später dran, nächstes Jahr möchte ich das aber verbessern und im September alle Gemeinderäte einladen, Vorschläge zu machen“, erklärt Rennhofer, der gleichzeitig betont, dass die ÖVP in den Vorjahren auch kaum eingebunden gewesen sei. Neben der Vorgehensweise bemängelt Sacher auch inhaltlich den Voranschlag und stellt die Finanzierung über Darlehen in Frage. „Es gibt für die nächsten Jahre keine wirklichen Projekte, keine Planungen für ,junges Wohnen‘ zum Beispiel. Ich bin mir sicher, dass wir auch eine andere gemeinsame Lösung für das diesjährige Budget gefunden hätten. Gäbe es ein gemeinsam erarbeitetes Budget, könnten wir auch nachher nicht dagegen stimmen.“