Erstellt am 25. Juni 2012, 00:00

„Burschenschaft der Uni verbieten? Ein Scherz . . .“. DEBATTE / Brisant! Die Grünen verlangen von Stadtchefin Rinke, dass sie die Gründung einer schlagenden Verbindung verhindert.

Keine Berührungsängste: Bürgermeisterin Inge Rinke zu Gast beim Farbenkränzchen der traditionsreichen Kremser Studentenverbindung Chremisia (im Bild mit DI. Ulf Geppert, Dr. Walter Rosenkranz, Dr. Helmuth Schandl, Dieter Hoch, Birgit Kirschenhofer, Benno Sulzberger und Gertrude Geppert).LECHNER  |  NOEN
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VON UDO SAGL

KREMS / „Ich bin nicht die Exekutive. Man überschätzt meinen Einflussbereich.“ Bürgermeisterin Inge Rinke sieht sich außerstande und überhaupt nicht gewillt, die jüngsten Forderungen der Grünen nach „Gegenmaßnahmen“ in Sachen Studentenverbindung in die Tat umzusetzen. „Was soll der Blödsinn?“

Es geht um aktuelle Meldungen über die bevorstehende Gründung einer „farbentragenden und schlagenden Burschenschaft“ an der Kremser Zahnarzt-Uni DPU (Danube Private University).

Nach diversen Nachrichten via Internet sah sich die grüne Landtagsabgeordnete Helga Krismer, Vizebürgermeisterin von Baden, plötzlich veranlasst, ein persönliches Schreiben an Rinke zu richten: „Niederösterreich braucht keine schlagenden Burschenschaften an Unis – auch wenn sie an privaten Universitäten sind. Auch dort fließt Steuergeld hin. Hier müssen klar Grenzen gezogen werden!“

Rinke kontert: „Soll ich die Gründung etwa verbieten? Das kann ja wohl nur ein Scherz sein! Als Bürgermeisterin habe ich keinerlei Aufgaben und Befugnisse in der Rechtsprechung. Außerdem ist eine Burschenschaft ja wohl auch nichts Widerrechtliches. Es gilt die Vereinsfreiheit.“

Der ganze Wirbel sei verzichtbar, meint die Stadtchefin, die von Krismer auch im Landtag attackiert worden war. „Aber nur weil eine Grüne etwas von sich gibt, muss das noch lange keine Bedeutung haben. Das ist doch alles nur Wahlkampfgeplänkel. Denn die Grünen wollen sich offenbar bemerkbar machen.“

In Krems bestehen übrigens mehrere Verbindungen mit jahrzehntelanger Tradition wie etwa die Chremisia-Gruppe, bei der auch FPÖ-Mandatar Dr. Walter Rosenkranz aktiv ist. Rinke: „Auch zwischen Burschenschaft und Burschenschaft besteht ein Unterschied. Mit unseren Gruppierungen gibt es jedenfalls keinerlei Probleme.“