Bus-Lenker mit dem Umbringen bedroht. Nach wüster Schimpftirade flog Fahrgast aus Wachau-Bus und erhielt Verbot, an das er sich nicht hielt: "Ich hatte doch Monatsticket!"

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 16. Juni 2014 (08:13)
Ankläger Frederic Artner klärte den Beschuldigten über allgemeine »Benimm-Regeln« auf.
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Von Jutta Hahslinger

KREMS, SPITZ / Buslenker sind tagtäglich Anfeindungen oder verbalen Flegeleien mürrischer Fahrgäste ausgesetzt. Das aufsässige Benehmen eines 44-Jährigen aus dem Kosovo ließ sich ein Kremser Wachaubuslenker aber nicht länger gefallen und erteilte ihm nach einem Rauswurf ein Mitfahrverbot.

„Ich habe aber Ticket, er muss mich mitnehmen“, ereifert sich der 44-Jährige vor Gericht, mit dem vermeintlichen Beweisstück wild umherfuchtelnd.

„Es geht hier nicht um das Ticket, sondern darum, dass Sie den Buslenker beschimpft und mit dem Umbringen bedroht haben“, versucht Richter Daniel Böhm dem sichtlich Aufgebrachten Einhalt zu gebieten. Er habe das Ticket auch nicht, wie alle anderen Fahrgäste, trotz Aufforderung vorgezeigt, sondern sich in unflätigen Äußerungen gegen den Lenker ergangen, wirft Ankläger Frederic Artner ein. Dann erteilt er dem Uneinsichtigen einige Benimmregeln: „Auch wenn Sie eine Fahrkarte haben, können Sie sich in einem Bus nicht aufführen, wie Sie wollen. Zweimal musste die Polizei kommen, weil die anderen Fahrgäste schon verängstigt waren und Sie trotz verhängtem Verbot immer wieder mitfahren wollten und für Aufruhr sorgten.“

„Wie kann er sagen, ich soll rausgehen. Ich bin Kunde, mit Ticket. Ich habe wegen ihm meinen Job in Spitz verloren“, meint der 44-Jährige sichtlich um Beherrschung bemüht.

Für den Uneinsichtigen setzt es schlussendlich eine Bewährungsstrafe von sechs Monaten.