Einige Anzeigen nach Covid-„Spaziergang“ in Krems. Marsch durch die Kremser Innenstadt verlief friedlich. Maskenpflicht von vielen nicht eingehalten.

Von Johannes Mayerhofer. Erstellt am 25. Februar 2021 (05:50)
„Kurz muss weg“ war die beliebteste Parole auf der Corona-Demo.
J.M.

Ulrike Weidinger, Hauptorganisatorin der als „Spaziergang“ veranstalteten Corona-Demonstration, kann zufrieden sein. Ihren Erwartungen entsprechend fanden sich am späten Sonntagnachmittag etwa 300 Bürger am Kremser Südtirolerplatz zusammen, um ihrem Ärger wegen der Corona-Politik der Bundesregierung Luft zu machen. „Wir müssen deutlich machen, dass wir nicht mehr damit einverstanden sind, wie die Politik mit uns umgeht“, sprach die Bergernerin Weidinger über Mikrofon zur Menge.

Immer wieder wurde ihre Ansprache von „Kurz/Die Regierung muss weg!“- Sprechchören unterbrochen. Thema waren auch die Auswirkungen der Corona-Politik auf die Kinder. So waren nicht nur Schilder mit Aufschriften wie „Kein Testzwang für unsere Kinder!“ zu lesen. Es wurden auch Schulkinder ans Mikrofon geholt.

Gegen 17 Uhr setzte sich der Demonstrationszug, begleitet von der Polizei, in Bewegung. Ab diesem Zeitpunkt galt die Maskenpflicht, an die sich aber nicht alle Teilnehmer hielten. Aufforderungen der Polizei, doch eine Maske aufzusetzen, blieben meist wirkungslos. Einige der Verweigerer wurden angezeigt.

Polizei rechnete mit weniger Teilnehmern

Überrascht war die Exekutive über die große Teilnehmerschar, war sie doch anfangs von etwa 60 „Spaziergängern“ ausgegangen. Unterbesetzt war die Polizei dennoch nicht. Es kam weder während der Kundgebungen, noch des Marschs zu brenzligen Situationen geschweige denn Ausschreitungen.

Die Demonstranten, darunter viele Familien und auch etliche Personen aus anderen Bezirken, marschierten begleitet von Polizisten, die die Straßen vorübergehend sicherten und sperrten, durch die Landstraße, bogen dann vor der Wiener Brücke auf die Ringstraße ab und kehrten über die Utzstraße zur Abschlusskundgebung auf den Südtirolerplatz zurück. Organisatorin Weidinger plant für Ende März eine weitere Demo in Krems.

In Wien und anderen Städten hatten vergleichbare Demonstrationen wegen Missachtungen der Corona-Auflagen und Angriffen auf Polizisten und Journalisten für Schlagzeilen gesorgt.