Corona-Demo verlief friedlich. Etwa 300 Demonstranten zogen am späten Sonntagnachmittag begleitet von der Polizei durch die Kremser Innenstadt.

Von Johannes Mayerhofer. Erstellt am 21. Februar 2021 (19:51)

Ulrike Weidinger, Hauptorganisatorin der als „Spaziergang“ veranstalteten Corona-Demonstration, kann zufrieden sein. Ganz ihren Erwartungen entsprechend fanden sich am späten Sonntagnachmittag mehrere hundert Bürger am Kremser Südtirolerplatz zusammen, um ihrem Unmut hinsichtlich der Corona-Maßnahmen der Bundesregierung Luft zu machen.

„Wir müssen deutlich machen, dass wir nicht mehr damit einverstanden sind, wie die Politik mit uns umgeht. Wir haben auch Rechte“, sprach die Bergernerin Weidinger über das Mikrophon zur Menge. Immer wieder wurde ihre Ansprache von „Kurz/Die Regierung muss weg!“- Sprechchören – die häufigste Parole während des „Spazierganges“ - unterbrochen. 

Gegen Testungen von Kindern

Andere Redner sprachen von einer „Plandemie“, also einem globalen Geheimplan aller Regierungen, die das Corona-Virus nur als Vorwand für Freiheitseinschränkungen nutzen würden, und schwören auf Wissenschaftler wie John Ioannidis oder Sucharit Bhakdi und ihre corona-skeptischen Thesen. Besonderes Augenmerk legten viele Demonstranten auf die Auswirkungen der Lockdowns und der Corona-Politik auf die Kinder. So waren nicht nur Schilder mit Aufschriften wie „Kein Testzwang für unsere Kinder!“ zu lesen. Es wurden auch Schulkinder ans Mikrophon geholt.

Viele Familien mit Kindern dabei

Gegen 17 Uhr startete der Demonstrationszug, begleitet von der Polizei, seinen Spaziergang durch die Kremser Innenstadt. Die Exekutive hatte dafür vorübergehend Straßensperren eingerichtet, auf der Ringstraße bildeten sich kurzzeitig Staus. Der Maskenpflicht kamen nicht alle Demonstrierenden nach. Viele Familien und auch etliche Personen aus anderen Bezirken, wie Mistelbach oder Melk, marschierten auf der Route durch die Kremser Landstraße, die Ringstraße und die Utzstraße mit und fanden sich zur Abschlusskundgebung wieder am Südtirolerplatz ein. 

Keinerlei Szenen wie in Wien

Die Demonstration verlief ohne Zwischenfälle und Ausschreitungen. In Wien und anderen Städten hatten vergleichbare Demonstrationen wegen Missachtungen der Corona-Auflagen, öffentlich getragenen Juden-Sternen, und Übergriffen auf Reporter und Polizisten für Schlagzeilen gesorgt. Weidinger dankte ihren Mitstreitern und versprach, dass dies nicht die einzige Aktion gewesen sein wird.