Demo in Krems: Polizei auf der Hut. Am Sonntag steigt in Krems erstmals ein „Spaziergang“ gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung. Veranstalterin rechnet mit 200 bis 300 Teilnehmern, Magistrat mit 30 bis 40.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 17. Februar 2021 (05:26)
Symbolbild
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„Krems an der Donau geht friedlich spazieren!“ Seit einigen Tagen geistert auf Facebook ein Plakat mit dieser Überschrift und dem Steinertor als Hintergrundmotiv umher. Am Sonntag, 21. Februar, soll demnach die erste Protestaktion gegen die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung in Krems steigen.

Die Ankündigung eines Demo-Spaziergangs in Krems sorgte für Aufsehen auf Facebook.
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Der Ankündigung zufolge, wollen die Teilnehmer konkret dagegen mobil machen, dass Schüler nicht am Präsenzunterricht teilnehmen dürfen, wenn sie die Antigen-Selbsttestungen verweigern oder ihre Eltern keine Einverständniserklärung an der Teilnahme unterzeichnet haben. „Ich finde das diskriminierend“, sagt die Bergernerin Ulrike Weidinger, die am Sonntag als Organisatorin auftritt und selbst zwei schulpflichtige Kinder hat.

Der „Spaziergang“, der im rechtlichen Sinn nichts anderes als eine Kundgebung ist, ist vom Magistrat genehmigt worden. „Es gibt keine Hinweise, dass die Maßnahmen nicht eingehalten werden und insofern auch keine gesundheitspolitischen Bedenken“, erklärt Magistratsdirektor Karl Hallbauer, der mit „30 bis 40 Teilnehmern“ rechnet.

Veranstalterin: „Will keine Randalierer“

Wenn um 16 Uhr vor dem Steinertor mit einer Rede von Weidinger der Startschuss für die Demo fällt, dann erhofft sich die Veranstalterin allerdings einen ganz anderen Auflauf. „Ich rechne mit 200 bis 300 Leuten. Ich gehe davon aus, dass das Interesse da ist, weil es in Niederösterreich so etwas gar nicht gibt.“ Dass es wie in Wien zu Verstößen gegen die Corona-Regeln und womöglich sogar Zwischenfällen mit der Polizei kommt, glaubt Weidinger nicht. Sie wolle die „Spaziergänger“ darauf aufmerksam machen, Maske zu tragen und Abstand zu halten. „Und Randalierer will ich keine dabei haben.“

Die Polizei teilt auf NÖN-Anfrage mit, dass sie von einer „friedlichen Aktion“ ausgehe, man aber dennoch „auf der Hut“ sei. Die Gruppe werde sich begleitet von einem Polizeiaufgebot auf der Straße fortbewegen können. Gut sei, dass die Veranstaltung am Sonntag stattfinde, wo sich der Verkehr in Grenzen hält. Die Route der Demonstranten führt vom Südtirolerplatz durch die Landstraße, über die Wiener Brücke auf die Ringstraße, bis zur Utzstraße und wieder zurück auf den Südtirolerplatz. Der Marsch ist von 16 bis 18 Uhr anberaumt.