Krems: Von der Quarantäne in die Herbstferien …. Wieder mehrere Schulklassen betroffen. Krumauer Bürgermeister Graf wurde „zufällig“ positiv getestet.

Von Petra Vock, Franz Aschauer und Martin Kalchhauser. Erstellt am 28. Oktober 2020 (06:10)
Bürgermeister Josef Graf, Krumau: infiziert, aber ohne Symptome.
Foto: Martin Kalchhauser

Ein dramatischer Anstieg mit COVID-19 infizierter Personen gab es zuletzt in Stadt und Bezirk Krems. Einige Schulklassen wechselten direkt von der Quarantäne in die Herbstferien.

An den Kremser Schulen waren zuletzt schon mehr als ein halbes Dutzend Klassen in Quarantäne, wie vonseiten der Bildungsdirektion auf Anfrage der NÖN mitgeteilt wurde.

Zufallsbefund beim Krumauer Ortschef

Hotspot vor Ferienbeginn war das BRG Kremszeile, wo fünf Klassen und eine größere Zahl an Lehrern nicht in die Schule kommen durften. Auch das Piaristengymnasium Krems war betroffen: Zwei Klassen und einige Lehrer mussten zu Hause bleiben. Eine HTL-Klasse befand sich genau bis zum Beginn der Herbstferien am 26. Oktober in Quarantäne.

Die Zahl der in Quarantäne befindlichen Lehrer wird nicht genannt, es wird jedoch betont, dass der Unterricht aufrechterhalten werden konnte. Lehrer in Quarantäne unterrichten übrigens so lange via Distance-Learning weiter, solange sie keinen positiven Corona-Bescheid erhalten. Sobald ein positives Testergebnis vorliegt, befinden sie sich im Krankenstand.

Gerüchte, dass es auch an der Danube Private University (DPU) in Stein wieder Fälle gebe, konnten nicht bestätigt werden. Laut Direktor Robert Wagner wurde eine Studentin positiv getestet. „Sie war aber in dieser Zeit gar nicht an der Uni.“

Quelle: Statistik Austria/ages.at, littlenySTOCK/shutterstock.com, NÖN-Grafik: Bischof
littlenySTOCK/shutterstock

Eine 81-jährige Frau, bei der Corona als Todesursache angegeben wird, starb in der Vorwoche im Klinikum Krems, wie die Landesgesundheitsagentur (LGA) mitteilte. Die Zahl der Todesopfer in NÖ erhöhte sich damit auf 133 – die Zahl ist aber schon wieder überholt.

Durch einen Zufallsbefund erfuhr der ÖVP-Bürgermeister der Gemeinde Krumau am Kamp, Josef Graf, dass auch er Corona-positiv ist. „Wegen einer geplanten Operation im Horner Krankenhaus wurde ich am Tag vor dem Termin getestet, dann habe ich schon erfahren, dass ich positiv bin und der Eingriff abgesagt ist“, erzählt er im NÖN-Telefonat. Das Gemeindeamt wurde kurzfristig geschlossen, alle Mitarbeiter und auch alle Familienangehörigen getestet.

Langes Warten auf einen neuerlichen Test

Ergebnis: alle negativ. „Ich habe jetzt einen neuerlichen Test beantragt, aber auf den warte ich noch, weil ich ja in Quarantäne zu Hause bleiben muss“, meinte Graf gestern, Dienstag.

Nicht erklären kann er sich, wo er sich infiziert hat. Ärgerlich für Grafs Familie: Frau und Kinder – alle symptomfrei wie er selbst – müssen zehn Tage über das Ende seiner Quarantäne (30. 10.) hinaus zu Hause ausharren.

„Wir sind noch am Ball!“, meinte Bezirkshauptfrau Elfriede Mayrhofer am Dienstag auf die Frage, ob man noch in der Lage sei, das Contact Tracing (Nachverfolgen von Kontakten infizierter Personen) aufrecht zu erhalten. „Heute zum Beispiel sind rund 15 Personen dafür im Einsatz.“ Mithilfe gab es zum Beispiel von drei Soldaten, einer Kindergartenpädagogin und einer der vom Land zusätzlich angestellten Kräfte.

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