Vorgewärmter Beton lässt Kremser Biomassekraftwerk rasch wachsen

Die sogenannte "Gleitschalung" machte es möglich, dass die 30 Meter hohen Wände zügig in die Höhe gewachsen sind. Sieben Tage die Woche wird rund um die Uhr gearbeitet.

Erstellt am 24. November 2021 | 10:42
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Tag und Nacht kann auf der Baustelle gearbeitet werden. Anfang 2023 soll das Werk Ökostrom und Naturwärme liefern.
Foto: EVN

Auf der Baustelle des Biomasseheizkraftwerks der EVN im Osten von Krems sind große Baufortschritte sichtbar.

Dachgleiche nach zehn Monaten

Zehn Monate nach dem Baustart für das Biomasseheizkraftwerk Krems kann eine erste erfreuliche Zwischenbilanz gezogen werden.

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Erfreulich rasch ist der Fortschritt auf der Baustelle, wo rund 30 Millionen Euro investiert werden.
EVN

„Wir haben nach Fertigstellung des Fundaments und Einrichtung der Schalungselemente vor knapp zwei Wochen mit dem Hochbau der Wände begonnen und mittlerweile schon die Dachgleiche erreicht“, freut sich EVN-Sprecher Stefan Zach über die großen Fortschritte auf der Baustelle.

Innovatives Bauverfahren

Dass dieser Meilenstein in so kurzer Zeit erreicht werden konnte, liegt an der verwendeten Gleitschalung, einem innovativen Verfahren zur Errichtung der 30 Meter hohen Wände. Das Besondere daran: „Bei diesem Verfahren wird im Schichtbetrieb durchgehend 24 Stunden sieben Tage die Woche am Stück mit vorgewärmtem Beton gearbeitet. So kann eine hohe Qualität bei zugleich kurzer Bauzeit gewährleistet werden“, erklärt Zach.

Strom und Wärme ab 2023

Wenn alles nach Plan läuft, soll die Anlage ab Anfang 2023 Ökostrom und Naturwärme aus der Region für die Region liefern und somit die starke Nachfrage nach Naturwärme in Krems decken. Elektrisch soll das Werk dann fünf Megawatt, thermisch mindestens 15 Megawatt Leistung aufweisen. Damit kann Ökostrom für 15.000 Haushalte und Naturwärme für umgerechnet bis zu 30.000 Haushalte erzeugt werden.

30 Millionen werden investiert

Das bringt eine Ersparnis von etwa 25.000 Tonnen CO2 pro Jahr. Die Gesamtinvestitionskosten betragen rund 30 Millionen Euro, davon kommen Leistungen im Wert von 15 Millionen von Unternehmen aus Österreich. Wichtig ist die regionale Wertschöpfung durch Biomasse (inklusive Schadholz) aus der Region. Jährlich soll Material um mehr als 4 Millionen Euro angeliefert werden. Der Einsatz erneuerbarer Energien ist für die EVN insbesondere im Wärmebereich seit vielen Jahren von großer Bedeutung. Die EVN betreibt  mit Partnern aus der Landwirtschaft und der Sägeindustrie bereits rund 70 Biomasseanlagen in ganz Niederösterreich. 

EVN führend bei Naturwärme

Durch die enge Kooperation der EVN mit der regionalen Land- und Forstwirtschaft bleibt die Wertschöpfung der Region erhalten. Die EVN setzt auf regionale Biomasse und arbeitet nur mit österreichischen Partnern. Mit einem Einsatz von rund 2 Millionen Schüttraummeter Hackschnitzel ist die EVN der größte Naturwärmeversorger aus Biomasse in Österreich.