Erstellt am 07. April 2013, 16:41

"Das hat mit Jagd nichts mehr zu tun". Im Gespräch: Nina Zinnenburg, Obfrau des Kremser Tierschutzvereins, hält ein Abschussverbot von Hunden und Katzen durch Jäger für notwendig.

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Nachdem am Ostersonntag ein Jäger im Burgenland einen angeblich wildernden Hund erschossen hat, fordert der Österreichische Hundehalterverband ÖHV jetzt ein generelles Abschussverbot von Hunden und Katzen durch Jäger.

NÖN: Was sagen Sie zur Forderung des ÖHV? Halten Sie ein Abschussverbot für sinnvoll?
Zinnenburg: Als Tierschützer ist uns natürlich das Wohl aller Tiere ein Anliegen und wir setzen uns sowohl für Haus- als auch für Wildtiere ein. Die Landesjagdgesetze bedürfen aber dringend einer Novellierung und stehen in manchen Punkten sogar in direktem Gegensatz zum Bundestierschutzgesetz. Wie paradox und willkürlich dieses Gesetz ist, zeigt sich schon darin, dass sich sogar die Abschussdistanzen in den einzelnen Bundesländern unterscheiden. Das Abschiessen von Hunden und Katzen ist eine Frage der Ethik und verursacht nur Tierleid und in den meisten Fällen sehr traurige Tierbesitzer. Vor allem Katzen schleppen sich immer wieder mit Schrotkugeln im Körper nach Hause oder verschwinden spurlos. Das hat mit Jagd auch nichts mehr zu tun. So ein Mensch ist allgemein gefährlich und sollte mit Waffen nichts zu tun haben. Im Übrigen wäre es längst an der Zeit ein generelles Alkoholverbot sowohl vor und während der Jagd auszusprechen. Die schrecklichen Vorkommnisse der letzten Zeit machen dies mehr als deutlich. Ein Abschussverbot für Haustiere, gekoppelt mit einem Alkoholverbot während der Jagdausübung, würde auch den Ruf der Jägerschaft deutlich verbessern.

Sollten auch die Hundehalter vermehrt in die Pflicht genommen werden?
Ein verantwortungsbewusster Hundebesitzer sorgt für ausreichende Bewegung und Beschäftigung seines Tieres, sodass ein Herumstreunen unattraktiv wird. Auch die Kastration trägt dazu bei, dass Hunde und Katzen ihr Umfeld kaum verlassen. Trotz aller Vorkehrungen kann ein Hund einmal entlaufen, dies bedeutet aber nicht automatisch, dass er gleich wildert. Es gibt auch ganz wenige Fälle, wo ein Hund tatsächlich ein Wildtier gerissen hat. In so einem Fall ist auch der Tierhalter hart zu bestrafen. Erwähnenswert ist allerdings, dass unter den herrenlosen, streunenden  Hunden auch viele Hunde von Jägern sind.