Nach tödlichem Unfall: Noch ein Ausbau für die B37. Der tödliche Verkehrsunfall von vergangenem Freitag hat eine neuerliche Debatte um den Abschnitt zwischen Krems-Nord und der Abzweigung nach Langenlois entfacht.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 24. Dezember 2019 (06:02)
SPÖ-Verkehrsstadtrat Alfred Scheichel und seinem Sohn, SPÖ-Gemeinderat Mario Scheichel – beide sind in Gneixendorf zu Hause –, sind die Sicherheitsmängel seit Langem ein Dorn im Auge. Im Hintergrund ist die Kreuzung mit dem Schnitzel Drive In zu sehen, die auch entschärft werden soll.
Manfred Wimmer, Martin Kalchhauser, SPÖ Krems

Mehrere schwere Unfälle ereigneten sich im fast abgelaufenen Jahr auf der Bundesstraße 37 im Bereich zwischen Krems-Nord bzw. der Kreuzung beim Schnitzel Drive In und der Abzweigung der B 218 Richtung Langenlois (Gneixendorf-Nord). Am Freitag krachte es wieder – doch diesmal musste ein Mensch sein Leben lassen.

Wegen der Kollision zwischen einem 22-jährigen Kremser und einer 45-Jährigen aus Seeb kam deren Auto in Fahrtrichtung Krems auf die Gegenfahrbahn und krachte dort frontal in das Fahrzeug des 45-jährigen Jürgen Fellinger aus dem Bezirk Waidhofen. Der schuldlos in den Unfall verwickelte Mann starb in seinem Autowrack. Die B 37 war mehrere Stunden lang gesperrt, die endlose Blechlawine wälzte sich einmal mehr durch den Ort Gneixendorf.

„Erinnert mich an die Palter ,Todeskreuzung‘!“

„Zu viele sind seit 20 Jahren hier zu Schaden gekommen. Das Ganze erinnert mich an die sogenannte Todeskreuzung in Palt“, zeigt sich der Kremser Verkehrsstadtrat Alfred Scheichel besorgt, der selbst Anrainer der völlig überlasteten Ausweichstrecke durch Gneixendorf ist und dort durch oftmalige Umleitungen eine Gefährdung der Fußgänger, vor allem der Schulkinder, sieht. „Daran wird auch der beabsichtigte Sicherheitsausbau 2021 nichts Gravierendes ändern.“ Auf dieser Straße werde einfach zu schnell und zu rücksichtslos gefahren. Er fordert von Stratzing bis zur Ausfahrt B35 (Bühl Center) „eine Überwachung, wie dies am Gföhler Berg der Fall ist“.

Als Sofortmaßnahme müsse eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 80 km/h mit einem Hinweis auf das besonders gefährliche Straßenstück her. „Ich habe unseren Bürgermeister ersucht, dass er Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und die zuständigen Stellen wieder über den derzeitigen unhaltbaren Zustand schriftlich verständigt. Es sollte umgehend ein ,Runder Tisch‘ mit allen Beteiligten stattfinden, bei dem alle Probleme besprochen und rasch wirkungsvolle Aktionen gesetzt werden.“

Landesrat Ludwig Schleritzko: „Rasche gemeinsame Lösung zur Verbesserung der Verkehrssicherheit in diesem neuralgischen Bereich.“
NOEN

Sofort nach dem tödlichen Unfall hat Mobilitäts-Landesrat Ludwig Schleritzko am 23. Dezember den NÖ Straßendienst beauftragt, gemeinsam mit den Stadt-Verantwortlichen rasch die Möglichkeiten zur Errichtung einer Mitteltrennung zu prüfen. „Es handelt sich zwar um eine Landesstraße, die Stadt Krems bzw. deren Magistrat ist aber als Verkehrsbehörde mit zuständig“, betont der Landespolitiker. „Mir geht es darum, rasch eine gemeinsame Lösung zur Verbesserung der Verkehrssicherheit in diesem neuralgischen Bereich zu finden.“

Dass dem Land Niederösterreich die wichtige Straßenverbindung ein Anliegen sei, zeige eine Zahl: In den Jahren 2018 und 2019 wurden rund 7 Millionen Euro in den Sicherheitsausbau der B 37 zwischen Droß und Gneixendorf-Nord investiert.

Der tödliche Unfall am Nachmittag des 20. Dezember, bei dem ein 45-Jähriger aus Neu-Dietmanns im Bezirk Waidhofen im Wrack seines Autos (rechts vorne) starb, löste eine erneute Debatte um Sicherheitsmaßnahmen für die B
37 im Bereich Krems-Gneixendorf aus.

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