Donaubrücke Mautern aktueller denn je

Erstellt am 03. Juni 2022 | 05:25
Lesezeit: 3 Min
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Mai 1895: Die neue Brücke neben der alten Donaubrücke ist fertig.
Foto: ZVG
Bei Mautern verbindet seit Jahrhunderten eine Brücke die Donauufer, die jetzige Eisenbrücke wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Dokumentarfilm über die Brücke wird im Severinstadl Mautern gezeigt.
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Im Jahr 1463 erteilte Kaiser Friedrich III. den Städten Krems und Stein das Privileg, über die Donau eine Brücke zu schlagen. Es war naheliegend, Stein mit der gegenüberliegenden Stadt Mautern zu verbinden, zumal es hier bereits seit vielen Jahrhunderten eine Dreiecksfähre zwischen Förthof, Mautern und Stein gab. Dies war damals technisch sehr schwierig. Als die Brücke um 1500 endlich fertiggestellt war, stellten die Benutzer fest, dass sie ein zweckgebundenes, aber unstabiles Bauwerk betraten. Die Einheimischen nannten daher ihre Brücke liebevoll den „Hölzernen Gattern“.

Die Brücke wurde über 400 Jahre lang von der Steiner Seite betreut. In den Brückenstadeln war zwischen Brückenkopf und Brückentor stets Reserveholz gelagert. Das Brückenmauthaus stand ebenfalls auf Steiner Boden, denn die Steiner waren berechtigt, Brückenmaut einzuheben.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Ruf nach einer stabilen Eisenbrücke laut. Im Sommer des Jahres 1893 begann der Bau der „Kaiser Franz Joseph-Brücke“ aus Stahl. Die Fertigstellung dauerte bis zum Frühjahr des Jahres 1895. Die neue Brücke wurde am 18. Mai 1895 feierlich der Benutzung übergeben.

Im Laufe der Jahre wurde die Brücke von den Einheimischen ganz einfach als „Mauterner Brücke“ bezeichnet.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs, am 6. Mai 1945, wurden zwei Joche der Brücke von der Deutschen Wehrmacht gesprengt. Verantwortlicher für diese unnötige Sprengung war der in Stein geborene Oberst Soche. Die Brücke wurde noch im Sommer 1945 von deutschen Kriegsgefangenen, unter Aufsicht von sowjetischen Soldaten und Verwendung von Kriegsbrückenmaterial, wieder hergestellt. So erhielt die Brücke ihr heutiges Aussehen.

Aktuell steht die Brücke wieder im Mittelpunkt des Interesses: Eine Totalsanierung wird in den nächsten Jahren erfolgen.

Film von Mauterner über Donaubrücken

Der Herausgeber des Stein-Buches, Eberhard Mayer, hat die Geschichten rund um die Donaubrücken Stein-Mautern in Form von drei Filmen bildlich festgehalten.

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Eberhard Mayer zeigt Film zu Donaubrücken.
Foto: Martin Kalchhauser

Der erste Film wurde im April im Mauterner Severin stadl dem Publikum vorgestellt. Aufgrund der großen Nachfrage wird es am Donnerstag, 2. Juni, um 19 Uhr im Mauterner Severinstadl eine Wiederholung des Filmabends geben. Veranstalter ist der Kulturverein „Spirit of Art“.

Eintritt: Freiwillige Spenden. Infos: www.spiritofart.at.

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