Rauchverbot: Offener Brief an Sebastian Kurz. Gerald Gartlehner, Professor an der Donau-Uni, fürchtet, dass am beschlossenen Nichtraucherschutz in Gastronomie gerüttelt wird.

Von Thomas Werth. Erstellt am 21. November 2017 (03:57)
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In einem offenen Brief an ÖVP-Chef Sebastian Kurz haben heimische Gesundheitsexperten ihre Besorgnis zum Ausdruck gebracht, dass das beschlossene Rauchverbot in der Gastronomie wieder fallen könnte (vor allem die FPÖ ist gegen ein generelles Verbot).

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Auch Gerald Gartlehner von der Donau-Uni kommt in dem Brief an Kurz vor.

Auch Gerald Gartlehner, Professor für evidenzbasierte Medizin an der Donau-Uni, kommt in dem von Florian Stigler von der Med Uni Graz initiierten Schreiben vor. „Es gibt kaum Maßnahmen, deren Nutzen wissenschaftlich so klar belegt ist wie Nichtraucherschutz. Österreich darf in dieser wichtigen Angelegenheit nicht noch weiter zurückfallen“, wird er zitiert.

„Das wäre ein Zeichen an Rückständigkeit“

Denn Gartlehner betont gegenüber der NÖN, dass Österreich im Vergleich zu anderen Ländern sehr weit zurückliege, was Nichtraucherschutz betrifft. „Das jetzige Gesetz, das ohnehin sehr spät kommt, wieder zu Fall zu bringen, wäre ein unglaubliches Zeichen an Rückständigkeit“, erklärt er.

Auf den offenen Brief habe er viele positive Reaktionen bekommen. „Innerhalb der Ärzteschaft und der Wissenschaft ist der Schulterschluss sehr eng, was Nichtraucherschutz betrifft. Es gibt sehr eindeutige wissenschaftliche Evidenz, dass durch Nichtraucherschutz sehr viele Erkrankungen vermieden und Leben gerettet werden können. Wahrscheinlich mehr als durch Vorsorgeuntersuchungen, in die viel Geld investiert wird“, so Gartlehner.

Das Institut für Höhere Studien (IHS) errechnete eine jährliche Belastung von 750 Millionen Euro für die österreichische Volkswirtschaft durch das Rauchen – unter anderem durch Arbeitsausfälle, Krankenbehandlungen und Invaliditätspensionen.

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