Kremser Projekt: Videospiele im Unterricht. Donau-Uni arbeitet mit weiteren europäischen Experten daran, wie Minecraft, Sim City und Co. in der Schule sinnvoll angewandt werden können. Plattform soll Lehrenden helfen.

Von Thomas Werth. Erstellt am 01. Februar 2017 (05:46)
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Die Donau-Uni arbeitet federführend an einem Modell, wie Computerspiele in der Schule helfen können.

Für nur wenige Kinder sind Videospiele – egal ob am Handy oder auf der Konsole – aus dem Alltag wegzudenken. Doch künftig könnten sie sogar vermehrt – legal – in der Schule gespielt werden. Aufgegriffen soll dabei das Motivationspotenzial einiger Spiele werden. Eingebettet in einen pädagogischen Rahmen können so Lerninhalte anhand von Spielen für unterschiedliche Zielgruppen interessant vermittelt werden.

Enge Kooperation mit Schulzentrum angedacht

Die Donau-Uni Krems arbeitet zusammen mit vier Partnerorganisationen aus Malta und Schweden an einem „Erasmus+ Projekt“, um neue Impulse im sogenannten „Game Based Learning“ (GBL) zu setzen. Ziel ist es, einen möglichst einfachen Einstieg in die Thematik zu schaffen und Lehrpersonen zu ermutigen, Computerspiele zum Unterrichtsthema zu machen.

Herzstück des Projekts ist die Plattform „Toolkit“ (https:// toolkit-gbl.com), an der derzeit gearbeitet wird und auf der bereits jetzt eine umfangreiche Sammlung an deutsch- und englischsprachigen Spiel-Analysen, unter anderem auch zu bekannten Spielen wie Sim City oder Minecraft, abrufbar ist. Außerdem können Spiele gezielt nach ihren Stärken für bestimmte Schulfächer ausgesucht werden.

Um die Toolkit-Plattform an die Erfordernisse des Schulalltags anzupassen, findet ein regelmäßiger Austausch statt. So waren an der Donau-Uni bereits Vortragende des MIT-Boston und der Universität Cambridge zu Gast. Bei einem Besuch im Schulzentrum Krems konnte außerdem der Einsatz von GBL-Methoden in der Praxis beobachtet werden. Die Kooperation mit dem Schulzentrum soll heuer intensiviert werden.