Limes vereint zehn Donauländer

Erstellt am 21. August 2020 | 05:20
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Limes vereint zehn Donauländer
Ein gänzlich ohne moderne Hilfsmittel gebautes Schiff nach römischem Vorbild wird ab der zweiten Jahreshälfte 2022 als sichtbares Zeichen des Nationen verbindenden Projekts die Donau befahren.
Foto: Friedrich- Alexander- Universität Erlangen-Nürnberg
Römische Befestigungslinie hatte immer auch völkerverbindenden Charakter.
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Die Donau-Universität Krems erhielt den Zuschlag für das EU-Projekt „Living Danube Limes“ und setzt zusammen mit Partnern aus zehn Donauländern Initiativen, um das antike römische Erbe am Donaulimes zu erhalten und nachhaltig touristisch zu nutzen. Anna Maria Kaiser wird sich hier vorrangig um das Projekt kümmern.

Ein originalgetreu rekonstruiertes römisches Flussschiff soll als Botschafter 2022 Städte im Donauraum ansteuern.

Auch nach 2000 Jahren ist das römische Erbe in der Mehrzahl der großen und kleinen Städte und Dörfer entlang der Donau spürbar. Vieles davon ist noch nicht ausreichend erforscht und vor Zerfall und Naturkatastrophen geschützt. Die Faszination des Donaulimes, einer der größten Grenzanlagen der Welt, besteht darin, dass er trotz seines Grenzcharakters eine völkerverbindende Handelsroute war. In allen zehn Anrainerstaaten der Donau soll Bewusstsein für eine Identifizierung mit dem Donaulimes geschaffen werden, der kulturelle und touristische Wert der gemeinsamen Vergangenheit herausgearbeitet werden.

Römisches Donauschiff wird mit historischen Werkzeugen erbaut

„Living Danube Limes“ will mit vielen ineinandergreifenden und nachhaltigen Maßnahmen – etwa Virtual-Reality-Rekonstruktionen, Museumskooperationen und Veranstaltungen – den Donaulimes sichtbar und erlebbar machen. Als Weltpremiere wird ein römisches Donauschiff mit historischen Werkzeugen ohne Zuhilfenahme moderner Mittel wie im 4. Jahrhundert nach Christus gebaut. Ab Juli 2022 wird es die Donau mit authentisch ausgestatteten Crews befahren.

Das Projektkonsortium von „Living Danube Limes“ umfasst 19 universitäre, staatliche und privatwirtschaftliche Projektpartner aus zehn Ländern. Dazu kommen 27 assoziierte strategische Partner aus den Bereichen Archäologie, Altertumsforschung, Technik, Architektur, Tourismuswirtschaft, Kulturgüterschutz, ... Das Projekt ist mit 3,2 Millionen Euro budgetiert und erstreckt sich von Deutschland bis ans Schwarze Meer.

Die Nominierung des gesamten Donaulimes als UNESCO-Weltkulturerbe ist ein ausschlaggebendes Projektziel. Die Projektpartner bemühen sich aber auch um die Erstellung einer europäischen Kulturroute entlang des Donaulimes sowie die Umsetzung nachhaltiger Tourismuskonzepte.

Die starke Einbindung der Bevölkerung in das Projekt, beispielsweise durch Living-History-Veranstaltungen, soll garantieren, dass es zu einer verstärkten Auseinandersetzung mit dem Limes und einer gesteigerten Identifikation mit dem gemeinsamen Erbe kommt.

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