Hilfsarbeiter stahl Gelder des Stifts Göttweig. Damit Elternhaus in der Heimat nicht unter den Hammer kommt, wurde Slowake (30) zum Dieb.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 26. Februar 2020 (04:50)
Seine Arbeitgeber, die Mönche des Benediktinerstiftes Göttweig, bestahl ein Mitarbeiter, weil er mit dem abgezweigten Geld das Haus seines Vaters vor der Versteigerung retten wollte.
Andreas Steininger

Als Mädchen für alles war ein 30-jähriger Slowake im Stift Göttweig tätig. Er sei dort sehr glücklich und zufrieden gewesen, erzählte der Slowake sichtlich wehmütig vor Gericht.

Als der Vater die Zahlungen für das Haus in der Heimat nicht mehr aufbringen konnte und es unter den Hammer kommen sollte, habe er dies mit allen Mitteln verhindern wollen. Dafür habe er das Vertrauen der Mönche missbraucht, sagte er und gestand sichtlich beschämt ein, dass er mehrfach größere Geldbeträge des Stiftes gestohlen habe.

„Ich habe ja gewusst, in welchen Räumlichkeiten die größeren Geldbeträge aus Advent- und Konzerteinnahmen oder Opferstöcken aufbewahrt werden und wie ich an den Zentralschlüssel komme. Damit es nicht auffällt, habe ich von dem Geld immer etwas zurückgelassen“, erzählte er.

Insgesamt entwendete der Slowake 15.000 Euro. „Ich habe den Schaden aber bereits gutgemacht. Ich weiß, das war ein großer Fehler, und es tut mir sehr leid“, zeigte der Angeklagte Reue und Einsicht.

Für den bislang unbescholtenen Slowaken setzte es von einem Schöffensenat wegen schweren Diebstahls eine bedingte Freiheitsstrafe von 14 Monaten. Nicht rechtskräftig.