Kremser Nikolaus: „Bin Bote für das Christkind“ . Andreas Murhammer sprach mit der NÖN über seine Rolle als viel geliebte Traditionsfigur. Ursprung & Botschaft Im vierten Jahrhundert lebte der Bischof von Myra – er war ein Menschenfreund.

Von Johannes Mayerhofer. Erstellt am 03. Dezember 2019 (05:20)
Seit fünf Jahren unterwegs: der „Kremser Weihnachtsmann“ Andreas Murhammer.
Johannes Mayerhofer

„Ich erhalte mir dadurch auch ein Stück vom Weihnachtszauber lebendig, den ich noch aus meiner eigenen Kindheit kannte“, sagt Andreas Murhammer, während er sich seine rote Mütze und den gleichfarbigen Mantel für ein Foto richtet.

„Jedes Kind mag gerne Süßes. Da gehen ganz schöne Mengen weg.“

Der 54-Jährige ist in Krems wohlbekannt – einerseits als Obmann des Eisenbahnersportvereins (ESV) Krems, andererseits (in der Adventzeit) auch als „Kremser Weihnachtsmann“. Seit fünf Jahren ist er als solcher bereits in Krems unterwegs, vor allem in der stark frequentierten Einkaufszone der Kremser Landstraße. Kaum zehn Meter legt er zurück, da hält er wieder einmal an und teilt Süßigkeiten an Kleinkinder aus. Viele davon sind zunächst schüchtern, haben dann aber doch ein Funkeln in den Augen.

„Jedes Kind mag gerne Süßes. Da gehen ganz schöne Mengen weg. Bis zu 15 Kilogramm an kleinen Köstlichkeiten haben wir über die Kremser Kaufmannschaft, für die ich als Weihnachtsmann unterwegs bin, besorgt. Manchmal müssen wir dann noch einiges extra hinzuholen“, so Murhammer.

Früher habe er vor allem die sauren Fizzers-Rollen – „die gehen immer gut“ – mitgehabt. Heute ist seine Auswahl etwas breiter, auch Zuckerl, Schlecker und Schokolade hat er mit im Beutel. Die Rollen als Weihnachtsmann und Nikolaus hat er von seinem Vater, Markus Murhammer, übernommen. „Der hat das 26 Jahre lang gemacht, zuletzt auch im Senecura-Heim in Krems, als er sich jedoch schon altersbedingt und gesundheitlich schwertat. Es war auch sein Wunsch, dass ich die Tradition des Kremser Weihnachtsmannes weiterführe“, erzählt der gelernte Buchbinder und spätere Busfahrer.

„Bin quasi der Bote für das Christkind“

Wie sein Vater habe auch er einen geschickten Umgang mit Kindern, was man auch schnell an so mancher Weisheit bemerkt. „Wenn man zum Beispiel Süßigkeiten an mehrere Kinder austeilt, etwa an Geschwister, dann muss man darauf achten, dass jedes Kind das Gleiche bekommt. Andernfalls hat man schnell eine Streiterei unter den Kleinen“, scherzt Murhammer.

Der Kremser Weihnachtsmann – und manchmal auch Nikolaus – ist allerdings nicht nur in der Kremser Landstraße unterwegs. Ehrenamtlich tritt er unter anderem für behinderte Menschen auf. Darüber hinaus ist er auch für private Hausbesuche buchbar. Sechs oder sieben davon habe er während jeder Vorweihnachtszeit. „Das Lustige ist, dass manche Eltern skeptisch gegenüber dem US-amerikanischen Weihnachtsmann sind und eher das Christkind bevorzugen“, so Murhammer. „Ich versuche das dann immer zu kombinieren, indem ich sage, dass ich der Bote für das Christkind bin.“ Es komme gelegentlich auch vor, dass Kinder ihm Briefe für das Christkind mitgeben. Immer wieder bekam er auch Fotos zugeschickt von den Hausbesuchen aus dem vergangenen Advent.

„Man soll die Kinder so lange im Glauben lassen, solange sie glauben“, ist Murhammer überzeugt. „Ich denke jedenfalls nicht, dass man Weihnachten zu früh entzaubern sollte.“ Gerne erinnere er sich auch an die Weihnachtsabende seiner Kindheitstage zurück: „Wir sind jedes Mal zum Friedhof gegangen, und als wir zurückgekommen sind, war dann plötzlich das Christkind schon da.“

„Als Weihnachtsmann authentisch auftreten“

Im Textilgeschäft Krumbholz in der Unteren Landstraße hat der Weihnachtsmann sein Süßigkeitendepot und seine Umkleidemöglichkeit. Weihnachtsmannmütze, Mantel, Bischofsmütze, Glocke, auch eine authentische Brille: Murhammer achtet stets darauf, korrekt ausgerüstet zu sein.

„Das habe ich aus privatem Besitz und von der Kremser Kaufmannschaft.“ Probleme gab es früher immer mit dem künstlichen Bart. „Da fällt einem mit der Zeit das Atmen schwer“, zeigt er sich wenig begeistert. Deshalb lasse er nun schon Monate vor der Adventszeit den Rasierer liegen und trete mit echtem Bart auf. Diesen habe er auch noch stark gebleicht, um das Ebenbild des „Santa Claus“ perfekt abzurunden. „Also, man muss schon authentisch auftreten als Weihnachtsmann. Da lege ich sehr viel Wert drauf“, lacht Murhammer.

Umfrage beendet

  • Feiert ihr das Fest des Heiligen Nikolaus?