Ehrenleitner führte Winzer aus Krise in "lichte Höhen". Winzer-Chef übernahm 1989 trudelnde Genossenschaft und führte sie in die schwarzen Zahlen.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 06. August 2019 (03:49)
Martin Kalchhauser
Symbolische Übergabe eines riesigen Kellerschlüssels aus Holz: Bürgermeister Reinhard Resch, Landtagspräsident Karl Wilfing, der scheidende Winzer Krems-Geschäftsführer Franz Ehrenleitner, Nachfolger Ludwig Holzer und Laudator Alt-Landeshauptmann Erwin Pröll (von links).

Mit einer Festmesse mit Bischof Alois Schwarz und einem (über zwei Stunden dauernden) Festakt wurde in der Winzer Krems die Übergabe der Führung von Franz Ehrenleitner an seinen Nachfolger Ludwig Holzer begangen. Neben einer riesigen Zahl an prominenten Festgästen verfolgten die Feierlichkeit 850 Gäste, darunter viele der 962 Mitglieder am Sitz der Genossenschaft in der Sandgrube 13.

Obmann Franz Bauer erinnerte in seiner Begrüßung daran, dass Ehrenleitner 1989 die Firma in stürmischen Zeiten übernommen und zu einem wirtschaftlichen Höhenflug geführt habe.

„Du wirst für deinen klugen Nachfolger weiterhin ein Orientierungspfeiler bleiben.“ Alt-Landeshauptmann Erwin Pröll in der Laudatio über Franz Ehrenleitner

Die Laudatio auf den scheidenden Geschäftsführer war Alt-Landeshauptmann Erwin Pröll vorbehalten. Er rief zu einem „Rückblick in Dankbarkeit“ auf und meinte, Ehrenleitner habe „der Winzer Krems ein Gesicht gegeben. Du hast die Winzer Krems zum größten Qualitätsweinproduzenten der Republik gemacht und das Unternehmen in lichte Höhen geführt.“

Ehrenleitner bleibe über seine aktive Zeit hinaus ein „Orientierungspfeiler für seinen klugen Nachfolger“, weil er die Verantwortung in vollen Zügen wahrgenommen, sich als Krisenmanager bewährt und nie die Bodenhaftung verloren habe. „Ein Unternehmen, das in dieser Breite aufgestellt ist, braucht auch den Zeitgeist nicht zu fürchten“, zeigte sich Pröll auch für die neue Ära der Winzer Krems mit Ludwig Holzer an der Spitze optimistisch.

Martin Kalchhauser
Zelebranten des Festgottesdienstes zur Übergabe der Führung der Winzer Krems: Ministrant Dominik Surböck, die Pfarrer Franz Richter (Krems-St. Veit) und Anton Hofmarcher (Krems-St.- Paul, vorne), der Stratzinger Pfarrer Robert Bednarski, Diakon Klaus Killer, Bischof Alois Schwarz und der evangelische Pfarrer Markus Fellinger.

Ehrenleitner, der nach einem Absturz aus vier Metern Höhe mit einem Gipsfuß auf die Bühne humpelte, dankte vielen Menschen, die seinen Weg mitgezeichnet haben, darunter seinen Eltern Hildegard und Franz, seinen Lehrern an der Handelsschule Krems, Vorgänger (1956 bis 1989) Franz Hellmer, den Obmännern Eduard Felsner und Franz Bauer sowie seiner Familie.

Zu seinem Nachfolger meinte Ehrenleitner im Hinblick auf die vielen Errungenschaften der vergangenen drei Jahrzehnte: „Nur einer kann diesen Erfolgskurs weiterführen. Ludwig Holzer ist kein Legionär. Er ist einer von uns, und ich hoffe, er macht es gut – hoffentlich noch besser als ich.“ Beim von der Stadtkapelle Krems intonierten Sinatra-Hit „My Way“ gab es beim scheidenden Winzer-Chef Tränen der Rührung.

Ehrungsreigen für verdienten Manager

Mit Ehrungen stellten sich die Gäste ein. Stadtchef Reinhard Resch übergab die ersten zwei Gläser einer neuen Serie mit dem Stadtwappen, Landwirtschaftskammer-Vize Otto Auer die Minister-Buchinger-Plakette, Vizepräsident Dieter Lutz die Silberne Ehrenmedaille der Wirtschaftskammer NÖ und Generaldirektor-Stv. Reinhard Karl von der Raiffeisenbank NÖ-Wien das Große Ehrenzeichen in Silber.

Karl Wilfing, der mit zwei Körben Wein im Gepäck gratulierte, würdigte die Winzer Krems als „Paradebeispiel dafür, dass eine Genossenschaft hervorragend funktionieren kann“.

Mit der Übernahme des Kellerschlüssels trägt nun Holzer die Verantwortung für rund 90 Mitarbeiter und ein Unternehmen mit einem Jahresumsatz von ca. 30 Millionen Euro.