Alte Schmiede in Schönberg: Umbau mit Hundertwasser-Architekt

Erstellt am 17. Mai 2022 | 05:35
Lesezeit: 2 Min
Über 400 Jahre hat die Alte Schmiede in Schönberg schon auf dem Buckel. Aus der Schmiede wurde ein Kulturzentrum.
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Die Alte Schmiede in der Kamptalgemeinde hat eine bewegte Geschichte: Errichtet als Mauthaus wurde später eine Dorfschmiede daraus, bis im Jahr 2002 das Kulturzentrum entstand.

Das Haus an der Kreuzung der Hauptstraße mit der Kirchenstraße wurde 1598 als Mauthaus für das Eintreiben einer Straßenmaut gebaut. Diese Funktion hatte das Gebäude bis 1764, denn da zog mit Meister Leonhard Schuester erstmals ein „Mauthner und Schmied auf der Mauth“ ein, wie in den Chroniken nachzulesen ist. Bis Ende der 1970er-Jahre war das Gebäude als Schmiede in Verwendung. Im Volksmund hat sich schon damals die Bezeichnung „Alte Schmiede“ eingebürgert. Denn die hier lebenden Männer übten alle das Schmiedehandwerk aus – deren Frauen hatten andere Beschäftigungen, so waren hier auch einmal eine Greißlerei und ein Wirtshaus beheimatet. Sogar ein Schönberger Bürgermeister wurde hier geboren: Markus Deim amtierte von 1920 bis 1923.

Im Jahr 1998 kam das Haus in Gemeindebesitz, nachdem die letzten Eigentümer Johanna und Josef Schörgmayer keine Nachkommen hatten. Der damalige Bürgermeister Emmerich Riedlmayer wollte das schöne Haus aber nicht einfach abreißen, sondern suchte – in Zusammenarbeit mit der Schönberger Bevölkerung – eine neue Nutzung. So wurde der Verein „Alte Schmiede – Kultur- und Wirtschaftsförderungsverein der Marktgemeinde Schönberg“ gegründet.

Architekt Peter Pelikan aus Stiefern, auch als „Hundertwasser-Architekt“ bekannt, plante die Um- und Zubauten, und so entstand das heutige Bild der Alten Schmiede. Damit verfügt die Gemeinde heute über ein Kommunikationszentrum, das immer wieder mit starken kulturellen und wirtschaftlichen Impulsen punktet. Ein Beweis dafür, dass auch Altes bewahrenswert ist.

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