Müller verlässt die Kremser Innenstadt. Größtes Geschäft der Kremser Fußgängerzone schließt am 13. November. Alfred Pech: „Enorme Herausforderung.“

Von Franz Aschauer. Erstellt am 22. Oktober 2019 (06:03)
Johann Lechner
Müller war einer der wichtigsten Magnetbetriebe der Kremser Innenstadt.

Nach langem Hin und Her ist es jetzt fix: Müller verlässt die Kremser Innenstadt. Das größte Geschäft der Fußgängerzone schließt am 13. November seine Pforten. Weg aus Krems wird der deutsche Drogerieriese allerdings nicht sein. Am 14. November eröffnet im Untergeschoß des Bühl Centers eine neue Filiale. Die Mitarbeiter des Shops in der Oberen Landstraße 15 wurden in der Vorwoche von der Schließung informiert. Sie sollen vom neuen Geschäft im Bühl Center übernommen werden.

„Für Branchenmix der Altstadt eine enorme Herausforderung“

Eine Bestätigung gab es dafür vom Unternehmen genauso wenig wie eine Auskunft zum Grund für die Schließung des Innenstadt-Stores. Gerüchte, Müller könnte zusperren, gab es schon seit Anfang des Vorjahres, als Nachbar Libro dichtmachte. Vor rund fünf Monaten wiederum hieß es dann, Müller bleibe und probiere die Führung zweier Geschäfte in Krems.

Auch Stadtmarketing-Geschäftsführer Alfred Pech gab sich zuversichtlich, weil Firmengründer Erwin Müller „ein Fan von Alt- und Innenstädten“ sei. Sollte Müller trotzdem die Fußgängerzone verlassen, prophezeite Pech im Mai, wäre das „für den Branchenmix ganz schlecht. Das würde uns massiv treffen.“

Jetzt, wo die Schließung des wohl größten Innenstadt-Frequenzbringers fix ist, findet Pech nicht mehr ganz so dramatische Worte. „Die Standortverlagerung von Müller ist für die Kundenfrequenz und in gewissen Bereichen auch für den Branchenmix für die Altstadt eine enorme Herausforderung.“ Für Wirtschaftskammer-Obmann Thomas Hagmann, selbst mit seiner Konditorei in der Landstraße vertreten, ist der Verlust von Müller kein Weltuntergang. „Das Leben geht weiter. Es gibt ja auch noch andere Geschäfte wie Müller.“

Die Frage, ob das Bühl Center einfach attraktiver als die Innenstadt ist, beantwortet Pech nicht, gesteht aber ein, dass Einkaufszentren über Sortiments angebote verfügen, „welche eine Altstadt nur schwer bieten kann“. Zu verhindern sei die Absiedelung nicht gewesen. „Dreigeschoßige Verkaufsflächen sind betriebswirtschaftlich sehr schwer zu führen, in Steyr und Wr. Neustadt übersiedelte Müller auch ins Einkaufszentrum außerhalb der Altstadt.“

Eigentümer des Müller-Hauses ist die SK-Immobilien GesmbH, eine Tochter der Kremser Bank. Gewusst hat man dort seit Sommer vom Auszug des Mieters. Bereits im September sei unter Einbeziehung von externen Experten ein Projekt zur Nachnutzung der freien Flächen inklusive des ehemaligen Libro-Lokals, das ebenfalls der SK-Immobilien GesmbH gehört, aufgesetzt worden, teilt Direktor Christian Hager mit. „Das primäre Ziel ist, eine zukunftsträchtige Nutzung der Liegenschaft sowie die Schaffung eines Mehrwerts für die Kremser Innenstadt sicherzustellen.“ Informationen über die weiteren Planungsschritte werde es voraussichtlich „Mitte 2020“ geben.

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