Fritz Mondls Stromboje wird im Rhein verankert. Im Welterbegebiet am Mittelrhein werden derzeit die Vorbereitungen für einen Strombojenpark getroffen.

Von Gertrude Schopf. Erstellt am 02. Mai 2019 (06:33)
Lechner
Fritz Mondl und Sohn Max mit der Stromboje in Kienstock.

„Der Prophet gilt eben nichts im eigenen Land!“ Fritz Mondl, Erfinder der Stromboje, ist dabei, sein Lebenswerk in Deutschland zu realisieren: Am Rhein bei der Loreley ist die Betreiber-Gesellschaft „MittelrheinStrom“ dabei, die Vorbereitungen für einen Strompark mit geplanten 16 Strombojen zu finalisieren. Der Standort bei Bingen/St. Goar, kurz unterhalb der Loreley, liegt im oberen Mittelrheintal, wie die Wachau Weltkulturerbegebiet.

Nunzer hatte immer auf „Stetigkeitsnachweis“ gepocht

„Die wasserrechtliche Genehmigung haben wir bereits mit Jahresende 2017 erhalten“, berichtet Norbert Burkart von Mittelrhein Strom, dass die fälligen Genehmigungen eingeholt seien. Ein eigener Montage-Katamaran wurde über den Winter gebaut und Anfang April ins Wasser gelassen. Derzeit werden von einer österreichischen Firma die Bohrungen für die Verankerung der Strombojen durchgeführt, „und wir gehen davon aus, dass wir dann auch bereits eine erste Strom-Boje erhalten und verankern können“, erzählt Burkart.

Seit beinahe zwei Jahrzehnten erforscht und entwickelt Fritz Mondl mit der Firma „Aqua Libre“ und Partnern seine Stromboje, ein Mini-Wasserkraftwerk, das aus der Strömung Energie gewinnt. Versuchsanlagen hat er in der Donau bei Kienstock getestet, hier hängt seit zwei Jahren auch die „Stromboje 3.1“, mit Rotor (Durchmesser 2,5 Meter), Diffusor aus Polyethylen, selbstreinigendem Stahlseil-Rechen und neuer Elektronik.

Auch hier in der Wachau war lange Zeit von der Errichtung eines Strombojen-Parks die Rede. Insgesamt acht Standorte waren bereits genehmigt, darunter vier zwischen St. Michael und Spitz. Die Bewilligungen sind mittlerweile laut dem früheren Arbeitskreis-Wachau-Vorsitzenden Andreas Nunzer allerdings abgelaufen. Er hat immer auf einen „Stetigkeitsnachweis“ gepocht (die Stromboje müsse mindestens ein halbes Jahr mit entsprechender Leistung laufen).

Etwa vier Millionen Euro wurden laut Mondl bislang in die Entwicklung investiert, zahlreiche Gutachten und Monitorings (fischökologische Untersuchungen, Lärmentwicklung unter Wasser, Strömungsbeeinflussung ...) durchgeführt. Um die hohen Kosten für die Serienproduk tion, jetzt in Oberösterreich, zu finanzieren, hat Mondl bislang zwei Anleihen aufgelegt und plant nun eine dritte Serie.