"Erfüllen Aufgaben mit großem Engagement!". Heinz Trappl, Direktor der Neuen Mittelschule Rastenfeld, wehrt sich vehement gegen den Vorwurf, Lehrer würden zu wenig unterrichten.

Erstellt am 16. September 2012 (19:55)
Laut aktueller OECD-Studie „Bildung auf einen Blick 2012“ verbringen Österreichs Lehrer den größten Teil ihrer Arbeitszeit außerhalb der Klassen verbringen. Bei Volksschullehrern in Österreich macht der Anteil der Unterrichtszeit 44 Prozent aus, bei Hauptschullehrern nur 34 Prozent. Im OECD-Schnitt sind die Volksschullehrer 47 Prozent der Zeit im Klassenzimmer, Hauptschullehrer 42 Prozent. Dabei sind Österreichs Lehrer mit 1.776 Stunden zu mehr Arbeitszeit verpflichtet als ihre Kollegen im OECD-Schnitt, der liegt bei 1.680 Stunden.

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NOEN
NÖN:
Was sagen Sie zu der Studie und wie bewerten Sie das Ergebnis?
Trappl: Diese Studie ist halt eine Studie und sagt absolut nichts über die tatsächliche Arbeitszeit der Lehrer aus. Die niederösterreichische Pflichtschullehrerschaft hat - gottlob - ein transparentes Arbeitszeitmodell, welches ausgehend von einer Jahresarbeitszeit von 1776 Stunden aus drei Säulen besteht: die effektive Unterrichtszeit in der Klasse, die Korrektur und Vorbereitungszeiten sowie weitere lehramtliche Tätigkeiten.

NÖN: Was sagen Sie zum Vorwurf, dass die heimischen Lehrer zu wenig in der Klasse stehen? Haben Lehrer zu viele andere Aufgaben zu bewältigen?
Trappl: Jeder Kollege trifft mit dem jeweiligen Schulleiter am Beginn des Schuljahres eine entsprechende Dienstvereinbarung.
Die Studie sagt nichts aus über die Zeit der Korrektur und Unterrichtsplanung. Sie sagt auch nichts aus über jene in der dritten Säule erwähnten Tätigkeiten der Lehrerschaft. Zum Beispiel: Elternarbeit wie Sprechstunden, Elternabende, Elternsprechtage, Kind – Eltern – Lehrergespräche, Klassen- und Schulforen, oder die Planung und Durchführung von Projekttagen, Winter- und Sommersportwochen, Intensivsprachwochen, berufspraktischen Wochen, Exkursionen und Lehrausgängen, schulbezogenen Veranstaltungen wie Schulwettkämpfen, Wald- und Wasserjugendspielen, Präsentationen von Unterrichtsprojekten, Schulfesten. Dazu kommen die Tätigkeiten in der Schulverwaltung - von Schulhomepage und Pressearbeit über Fachbetreuer, Koordinatorentätigkeit und Verwaltung von Lehrmittelsammlungen bis hin zu Schülerfreifahrt, Schulbuchbestellung und Impfungen. Nicht zu vergessen die verpflichtende Fortbildung außerhalb der Unterrichtszeit sowie die verpflichtende Supplierung im Ausmaß von 20 Stunden. Die Pflichtschullehrerschaft unseres Bezirkes erfüllt diese nur beispielhaft genannten Aufgaben mit großem Engagement und -oft weit über das in der Dienstvereinbarung geforderte Stundenmaß hinaus!