Kremser FPÖ-Mann rudert zurück. Gemeinderat Werner Friedl bedauert seine Wortmeldung zum Kriegsverbrecher Alexander Löhr: „Vergleich ist unzulässig.“

Von Martin Kalchhauser und Franz Aschauer. Erstellt am 08. April 2021 (03:23)
Werner Friedl: „Bedaure Missverständnis aus tiefstem Herzen!“
Martin Kalchhauser

„Ich bedaure aus tiefstem Herzen gegenüber allen Opfern des Nationalsozialismus das Missverständnis, das sich aus meinen Worten ergeben hat.“ So beginnt eine Erklärung des FPÖ-Mandatars Werner Friedl, der im Zuge seiner Rede gegen die Umbenennung der Maria-Grengg-Gasse der Relativierung von Kriegsverbrechen des Nazi- Offiziers Alexander Löhr verdächtigt wird.

Dessen Taten verurteile er unmissverständlich, betont Friedl, dass er dies auch in seinen Worten im Gemeinderat zum Bombardement Belgrads getan habe. „Ein Vergleich mit Toten anderer Bombardierungen oder ein Vergleich mit Grausamkeiten anderer Parteien ist unzulässig.“ Er sei ein begeisterter Demokrat und versuche, als Gemeinderat seine Rolle in einer aktiven Demokratie zu leben. Die Opfer der NS-Zeit bedaure er nicht zuletzt auch als gläubiger Christ. Er werde mit jeder Stelle der Republik, die sich mit seiner Rede befasse, „voll kooperieren“.

Wie berichtet hatte Bürgermeister Reinhard Resch ein Transkript Friedls Wortmeldung während der Gemeinderatssitzung am 24. Februar dem Mauthausen-Komitee zur Prüfung vorgelegt. Vorstandsmitglied und Jurist Robert Eiter war zum Schluss gekommen, dass Friedl womöglich den Tatbestand des Paragrafen 3h des Verbotsgesetzes erfüllt hat. Dieser ahndet die Leugnung, Verharmlosung, Gutheißung oder Rechtfertigung nationalsozialistischer Verbrechen in der Öffentlichkeit.

Als zusätzlich belastend bewertet Eiter, dass Friedl seine Wortmeldung sichtlich genau vorbereitet habe, es könne also keine Rede von einem verbalen „Ausrutscher“ sein. Diese These unterstützt Friedl nicht. Zwar habe er sich gut auf seinen Auftritt im Gemeinderat vorbereitet, die Wortmeldung zu Kriegsverbrecher Löhr sei allerdings im Affekt gefallen, nachdem zuvor schon KLS-Gemeinderat Wolfgang Mahrer auf ihn Bezug genommen hatte. Ein Transkript seiner Rede, das Friedl unmittelbar nach der Gemeinderatssitzung der NÖN zukommen ließ und das ohne die problematische Passage zu Löhr übermittelt wurde, unterstützt die Angaben des 79-Jährigen, der aber ohnehin denkt, keine strafrechtlich relevanten Äußerungen von sich gegeben zu haben.