Schutzgeld in der Kremser Justizanstalt?. „Ich weiß, wo deine Familie wohnt“ – im „Häfen“ klingt so eine Andeutung wie eine gefährliche Drohung. Da kann es schon vorkommen, dass man sich erpresst fühlt ...

Erstellt am 16. Januar 2018 (05:22)
Seltsame Geldgeschäfte zwischen Häftlingen der Justizanstalt Krems: Was steckt dahinter?
Bilderbox

Heikler Kriminalfall in der Justizanstalt Krems: Ein Häftling wird beschuldigt, einen seiner Knastgenossen psychisch schwer unter Druck gesetzt zu haben. So schwer, so heißt es, dass sich das Opfer angeblich genötigt sah, sich „Frieden“ zu erkaufen.

Opa zahlte letztlich für eingesperrten Enkel

Vorgeschichte: Ein 70-jähriger Pensionist erhielt einen „Hilferuf“ seines inhaftierten 20-jährigen Enkels. Der Gefangene bat den fürsorglichen Großvater um eine dringend notwendige
finanzielle Unterstützung, weil er von einem Mithäftling erpresst werde. Der Häfenbruder habe ihm mehrmals gesagt: „Ich weiß, wo deine Familie wohnt.“ Und das sei als gefährliche Drohung gegen die Freundin und deren Kinder aufzufassen.

Schließlich erklärte sich der besorgte Opa bereit, im Namen seines eingesperrten Enkels „Schutzgeld“ zu zahlen. Insgesamt zweimal holte der mutmaßliche Erpresser bei Freigängen vierstellige Beträge ab. Dann griff die Polizei ein.

Bei den Ermittlungen stießen die Beamten auf widersprüchliche Aussagen: So behauptet der angebliche Täter, er habe den Burschen niemals erpresst. Im Gegenteil: Er habe das Geld aus Gefälligkeit abgeholt und dem „Opfer“ ausgehändigt. Aussage gegen Aussage!