Neuer Chef muss erst überzeugen: Manfred Denk gewählt

Erstellt am 21. Januar 2022 | 04:41
Lesezeit: 3 Min
Grüne Fraktion verweigerte dem neuen Gemeindeoberhaupt die Unterstützung.
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Wenngleich die Bestimmung des Nachfolgers des langjährigen Grafenegger Bürgermeisters Anton Pfeifer nur eine Formsache war, zeigte die Wahl doch auch Bruchstellen auf.

Kritik am (zulässigen) Vorschlag Pfeifers, man möge Manfred Denk (55) mit elf Jahren Erfahrung als geschäftsführender Gemeinderat das Vertrauen schenken, übte die Grünen-Fraktionschefin Monika Henninger-Erber. „Mich hat das Statement des Altbürgermeisters überrascht. Es gibt im Gemeinderat mehrere für das Amt qualifizierte Personen.“

Grüne verweigerten neuem Gemeindechef die Stimmen

Unter dem Vorsitz des Vizebürgermeisters Franz Klein wurde die Wahl abgewickelt. Am Ende standen 16 Stimmen für Denk sechs Stimmen für Henninger-Erber gegenüber. Offensichtlich hatten die Mandatare der Grünen einhellig für ihre Chefin votiert.

Der neue Gemeindechef nützte seine ersten Worte, um seinem Vorgänger zu danken, der sich durch „lange, prägende und umsichtige Arbeit“ ausgezeichnet habe. Vor allem der Änderung des Namens der Gemeinde sei „identitätsstiftend“ gewesen. „Wir werden hoffentlich noch heuer Gelegenheit haben, ihn in einem passenden Rahmen zu ehren.“ Pfeifer wird wegen seiner Funktionen in regionalen Verbänden noch bis 2025 als Gemeinderat im Ortsparlament bleiben.

Die erst zu Beginn der Sitzung als ÖVP-Gemeinderätin angelobte Stefanie Haidvogel (39) – sie ersetzt Ursula Resch – avancierte in der Ergänzungswahl für den Gemeindevorstand mit 14 von 20 Stimmen gleich zur geschäftsführenden Gemeinderätin. Die Etsdorferin mit abgeschlossenem Studium in Unternehmensführung und E-Business ist zweifache Mutter und als Bankfachfrau tätig. Sie rückt auch in die Ausschüsse nach, in denen ihre Vorgängerin tätig war. Weitere Ergänzungswahlen wurden von Bürgermeister Denk für die kommende Sitzung angekündigt.

Stefan Meerskraut (Grüne) regte an, wieder einen Finanz- und Wirtschaftsausschuss (einen solchen hatte es bis 2020 gegeben) zu gründen. Die neue ÖVP-Gemeinderätin sei dank ihrer Expertise dafür prädestiniert. Denk kündigte an, die rechtlichen Möglichkeiten dafür auszuloten.

Die Grünen, so Henninger-Erber, die bisher eine kooperative Atmosphäre im Gemeindeparlament vermissen, hoffen auf eine Verbesserung des Verhältnisses der Mehrheitsfraktion ihnen gegenüber. Ihre sinngemäße Einschätzung der Situation: „Wir werden den neuen Bürgermeister an seinen Taten messen.“

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