Kremser sind am Puls der Computer-Spiele. Spieleforschungs-Zentrum organisiert Fachkonferenz bei der „Game City“ in Wien – und hat auch sonst viele Projekte.

Von Thomas Werth. Erstellt am 29. Juni 2017 (06:04)
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Symbolbild: Halfpoint/Shutterstock

Wenn sich von 13. bis 15. Oktober bei der „Game City“ in Wien alles um die Welt der Computer-Spiele dreht, dann spielt auch die Kremser Donau-Uni eine große Rolle. Denn das Zentrum für Angewandte Spieleforschung organisiert – erstmals seit 2012 wieder hauptverantwortlich – die Fachkonferenz „FROG – Future und Reality of Gaming“, die im Rahmen der Messe ebenfalls an den drei Tagen über die Bühne gehen wird.

NOEN, privat
Alexander Pfeiffer ist der Leiter des Zentrums für Angewandte Spieleforschung und arbeitet dabei an 21 Forschungsprojekten.

Dabei diskutieren Experten aus Wissenschaft und Praxis die neuen Entwicklungen aus der Computerspieleforschung – heuer steht dabei besonders der Spieler selbst im Fokus. So geht es unter anderem um die Fragen, wie die neuen Technologien wie Virtual Reality (VR, siehe Bild oben) und Augmented Reality (AR) die Perspektiven auf digitale Spiele verändern, wie sich Fan-Kulturen rund um den immer populärer werdenden E-Sport entwickeln und wie Erfahrungen und Ideen von Spielern für die Computerspiele-Entwicklung nutzbar gemacht werden können.

Zusätzlich sind heuer auch Schüler eingeladen, bis 7. Juli Beiträge (etwa vorwissenschaftliche Arbeiten), die sich mit dem Thema Computerspiele auseinandergesetzt haben, für die FROG auf www.frogvienna.at einzureichen. Die drei besten Arbeiten werden von einer Jury ausgewählt und die Autoren inklusive einer Begleitperson zur dreitägigen Konferenz eingeladen, um vor einem internationalen Publikum ihre Projekte und Ideen zu präsentieren.

Zentrum zählt derzeit 150 Studierende

Freilich hat das Zentrum für Angewandte Spieleforschung aber auch abseits der FROG vielfältige Aufgaben. Insgesamt studieren dort derzeit 150 Personen, rund 80 Prozent kommen aus dem pädagogischen und sozialpädagogischen Bereich, die unter anderem auf die Anwendung von Spielen im Unterricht ausgebildet werden. Der Rest sind Game-Studies-Studenten, die sich auf Software-Entwicklung spezialisieren.

Derzeit hat das Team rund um Zentrumsleiter Alexander Pfeiffer auch 21 Forschungsprojekte am Laufen, die Computerspiele mit anderen Disziplinen wie Bildung und Gesundheit verknüpfen. Unter anderem ist kürzlich eine zweijährige Untersuchung gestartet, in die auch das Kremser Schulzentrum involviert ist. Dabei stattet man Schüler mit 360-Grad-Kameras aus, um dadurch den Schulweg analysieren und mögliche Risiken im Verkehr aufzeigen zu können. Auch Schulen aus Wien und Oberösterreich sind beteiligt.

Außerdem ist derzeit auch der Online-Handel, und hier besonders die häufigen Waren-Retouren, ein Thema. So wird in Zusammenarbeit mit einigen Online-Bekleidungsshops an einem Daten-System gearbeitet, das garantieren soll, dass der Kunde passgenaue Kleidung bestellt – und diese damit nicht zurückschicken muss, weil sie nicht passt. „Der Schnitt ist bei jedem Hersteller etwas anders. Durch das System soll die Zahl der Rücksendungen minimiert werden, indem der Kunde schon im Vorfeld die für ihn richtige Größe kauft“, erklärt Pfeiffer.