Franz Stieger treibt weiter Katz-und-Maus-Spiel. Flüchtiger Franz Stieger ließ Botschaft am Stephansdom anbringen. Indes äußerte sich einer seiner angeblichen Förderer.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 09. August 2018 (09:57)
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Franz Stieger scheint Gefallen daran zu haben, die Polizei an der Nase herumzuführen.

Die Wege des Franz Stieger sind unergründlich – nachdem der Aufenthaltsort des flüchtigen „Behördenschrecks“ anfangs in Liechtenstein vermutet wurde, tauchte jetzt in Wien eine Botschaft des verurteilten Stalkers auf. Und das an einer prominenten Stelle, nämlich an einer Wand des Stephansdoms.

In dem auf einem gelben Papier verfassten Schreiben beginnt der Verfasser mit der skurrilen Anrede „Danke lieber Adolf!“. Was folgt, ist eine Darlegung der angeblichen Hetzjagd der Behörden, der sich Stieger seit Jahren ausgesetzt fühlt.

„Manche haben auch behauptet, dass Franz Stieger mein Sohn ist. Das ist Blödsinn!“ Der Kremser Unternehmer Fritz Becker streitet Gerüchte, er sei ein Förderer Stiegers, ab.

In einem Brief, der ohne Absender an die NÖN-Redaktion geschickt wurde, schreibt Stieger: „Dieser Text wurde am Donnerstag, den 26. 7. samt einer darunter befindlichen Grabkerze angebracht. Auskunft: Polizei 1010 Wien.“

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Rechtsanwältin Sonja Fragner: Sie ist derzeit eine der engsten Vertrauten Franz Stiegers.

Der 58-Jährige, der seit einem Haftausgang im Dezember 2017 nicht mehr gesehen war, treibt damit weiter ein Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei, die trotz internationalen Haftbefehls bislang keine Spur von Stieger hat. Eine absichtliche Provokation der Polizei will ihm seine Verfahrenshelferin Sonja Fragner nicht unterstellen: „Das ist vielleicht ein Nebeneffekt, hauptsächlich möchte er aber auf seinen Fall aufmerksam machen.“

„Ich glaube nicht, dass er im Ausland ist"

Dass Stieger sich jetzt in Wien befinde, glaubt Fragner nicht. Die Botschaft könne auch jemand anderer am Stephansdom angebracht haben.

Einer, der es definitiv nicht war, ist Fritz Becker. Der Kremser Unternehmer wurde in der Vergangenheit immer wieder als ein stiller Unterstützer von Stieger genannt, auch seine Flucht soll er finanzieren, so die Gerüchte. „Stimmt nicht!“, meldet sich Becker jetzt erstmals zu Wort. „Ich habe keinen Kontakt zu ihm. Manche haben auch behauptet, dass er mein Sohn ist. Das ist Blödsinn!“

Früher habe er ein freundschaftliches Verhältnis zu Stieger gehabt, so Becker, der laut eigener Aussage vor einigen Jahren einen hohen Geldbetrag aufgewendet hat, um die Versteigerung eines von Stiegers Grundstücken abzuwenden.

Über seinen Aufenthaltsort wisse er nichts, so Becker. „Ich glaube aber nicht, dass er im Ausland ist. Das kann ich mir bei seinen wirtschaftlichen Verhältnissen nicht vorstellen.“