Kremser stehen in Frankreich im Waldbrand-Einsatz

Erstellt am 14. August 2022 | 14:16
Lesezeit: 3 Min
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Kämpfen gemeinsam mit vielen weiteren Kameraden aus NÖ in Frankreich gegen die Flammen: Peter Krenos, Florentin Baumgartner, Alexander Zsivkovits (von links).
Foto: Feuerwehr Krems/Gernot Rohrhofer
Seit Freitag, 12. August stehen Feuerwehrleute aus Krems und Lengenfeld in Frankreich im Einsatz. Auch Material aus Österreich wird in den Kampf gegen die Flammenmeere geworfen.
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Vorerst fünf Kameraden aus der Freiwilligen Feuerwehr Krems sowie ein Helfer aus Lengenfeld haben sich am Donnerstag auf den Weg nach Frankreich gemacht. Zwei reisten mit dem Flugzeug, drei bodengebunden mit den jeweiligen Fahrzeugen.

Pick-Up erstmals im Einsatz

Der Waldbrand-Pickup aus Höbenbach legte die Strecke nach dem ursprünglichen Plan, ihn per Bahn zu transportieren, schließlich doch auf der Straße zurück. Dieser ist ein Ergebnis des Sonderdienstes „Flur- und Waldbrandbekämpfung“, der Anfang 2020 auf Ebene des Landesfeuerwehrverbandes beschlossen worden ist. Seit April ist das Fahrzeug in Höbenbach stationiert.

Krems auch bei Infrastruktur top

Aus Krems sollte sich am Donnerstagnachmittag auch das Wechselladefahrzeug auf den Weg machen - mit dem sogenannten FUCO, den Führungsunterstützungscontainer. "Diesen darf man sich als mobile Einsatzzentrale vorstellen", erklärt FF-Pressesprecher Gernot Rohrhofer. "Der Container kann auf zwei Seiten ausgefahren werden, wodurch deutlich mehr Platz zur Verfügung steht. Im Inneren gibt es ein Callcenter, Whiteboards, Drucker, Satelliten-Internet, ..." Gemeinsam mit dem FUCO wird ein 100 kVA-Stromerzeuger überstellt, damit die Stromversorgung unabhängig garantiert ist. In letzter Minute wurde dessen Abfahrt dann storniert. Die FF Krems steht damit aber sozusagen "Gewehr bei Fuß".

Sechs Männer bilden erstes Team

Mit dabei sind in Frankreich aus Krems Kommandant-Stellvertreter Andreas Herndler (internationaler Teamleader), die Waldbrandbekämpfungs-Spezialisten Florentin Baumgartner und Christoph Gruber, Peter Krenos und Alexander Zsivkovits. Mit an Bord ist neben den Kremser Florianis auch Robert Pölz von der FF Lengenfeld.

"Hilfe für Nachbarn in Not"

Kommandant Gerhard Urschler zum Einsatz: „Offenbar geht es mit der Klimaerwärmung und ihren Folgen deutlich schneller, als wir alle gedacht haben. Wir reden nicht mehr von Waldbränden, wie man sie bisher etwa nur aus Kalifornien gekannt hat, sondern: Das Feuer steht unmittelbar vor unserer Haustür. Wenn europäische Nachbarn in Not sind, ist es deshalb klar, dass wir helfen."

Ausbildung rechtzeitig begonnen

Zudem zeige die aktuelle Situation in mehreren europäischen Ländern, dass es der richtige Schritt war, sich auf derartige Szenarien vorzubereiten - einerseits durch die Anschaffung von Sondergeräten, andererseits durch gezielte Ausbildungen. "Mehrmals im Jahr werden unsere Mitglieder auf den Kampf gegen Flur- und Waldbränden geschult.“

Spezielle Ausrüstung ist vorhanden

Warum steht der Waldbrand-Pickup für den Bezirk Krems gerade in Höbenbach? "Die Gemeinde Paudorf hat einen Waldanteil von zirka 60 Prozent. Der Pickup wird im Einsatzfall von allen fünf Feuerwehren im dortigen Unterabschnitt besetzt", erklärt Rohrhofer. "Er ist geländegängig und verfügt über einen 350-Liter-Löschwassertank, Löschrucksäcke und Schanzzeug, das sind Schaufeln, Äxte und weitere spezielle Geräte zur Bekämpfung von Flur- und Waldbränden."

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