Bezirk Krems: Mit Krafttraining gegen Diabetes

INJOY-Chef Kreitner über Anfängerfehler und die Kernaufgaben der Fitnessbranche.

Erstellt am 12. Januar 2022 | 05:18
Lesezeit: 2 Min
440_0008_8265927_kre02darueber_spricht_fitnessstudio_top.jpg
„Nicht über-, aber auch nicht unterfordern“: Den Anfängerfehler, mit zu hoher oder zu niedriger Intensität zu trainieren, gilt es laut Expertentipps unbedingt zu vermeiden. Auch im Kremser Fitnessstudio „INJOY“ appelliert man in diesem Sinne an die Besucher. Im Bild: Fitness-Trainer Roland Schulmeister (links) mit seinem Kunden Philipp Graf.
Foto: Johannes Mayerhofer

Jürgen Kreitner, Chef des Kremser Fitness-Centers INJOY, ist in seinen jetzigen Beruf „hineingestolpert“. „Ich habe ursprünglich Psychologie studiert“, erzählt er. Das Studium finanzierte er sich durch Karatekurse. „Für diesen Leistungs- und Kampfsport habe ich in einem Kremser Fitnessclub mein Krafttraining absolviert.“

Kreitner brach das Studium ab und zog mit dem Besitzer des Fitnessclubs ein größeres Studio auf. Das ist nun schon etwa 24 Jahre her. Über die Zeit beobachtete er immer wieder Trends und Gegentrends, sowohl in seiner Branche als auch in seinem Studio. „Ursprünglich kommen die Fitnessstudios ja aus der Bodybuilder-Szene. Aber über die Jahre hat die Wissenschaft zunehmend herausgefunden, welchen großen Wert das Krafttraining auch für die Gesundheit hat.“ Dies gelte etwa für Diabetes, da trainierte Muskeln verstärkt Glukose aus dem Blut „heraussaugen“. Außerdem wirke Krafttraining auch auf das Gehirn. „Die Gesundheitskomponente ist also in den vergangenen Jahren immer mehr in den Vordergrund gerückt“, schildert Kreitner.

„Rückbesinnung auf unsere Kernaufgaben“

Auch im INJOY wurde dieser Entwicklung eine Zeit lang Rechnung getragen. „Der Gesundheitsaspekt war damals auch bei uns stärker. Wir haben sogar Blutzuckermessungen für unsere Kunden durchgeführt.“ Schließlich, erklärt Kreitner, entschloss man sich aber dazu, das Fitnessstudio wieder auf seine Kernaufgaben  – die Arbeit mit „gesunden“ Menschen – zu reduzieren, weil man sich mit folgendem Problem konfrontiert sah: „Zwischen Gesund-Sein und Krank-Sein gibt es einen großen Graubereich. Es ist schwer, exakt zu bestimmen, wo Therapie aufhört und Training anfängt. Ist jemand, der Blutdruckmittel nimmt, gesund oder krank? Wir ermutigen unsere Kunden, etwaige Fragen mit dem Arzt abzuklären. Wir wollen hier aber keine Therapien anbieten.“ Das wäre eine „Überdehnung der eigenen Kompetenzen“.

Angemessenes und richtig ausgeführtes Training und Sport seien natürlich nicht nur für junge, gesunde Menschen mit Muskelaufbau-Ambitionen wichtig. „Auch der Prävention gegen Krankheiten wie Osteoporose ist damit gedient, weil die Knochen durch Zug- und Druckreize stabiler werden“, betont der Chef des sieben Mitarbeiter zählenden Studios.

Auch die ältere Zielgruppe findet sich regelmäßig im Fitnessstudio an der Kremser Wiener Straße ein. „Nicht nur die Aspekte Training und Gesundheit motivieren Leute, sondern auch die sozialen Kontakte, die man hier pflegt. Wir haben hier zum Beispiel den großen Tisch, wo regelmäßig eine Kaffeerunde stattfindet. Das sind durchwegs Leute im Alter über 70 Jahren.“ Dort würden auch immer wieder Geburtstage und andere Anlässe gefeiert.

Einer der häufigsten Anfängerfehler sei die falsche Einstellung der Trainingsgeräte. „Manche trainieren mit zu hoher oder zu niedriger Intensität.“ Bei jedem Gerät könne man jedoch einen Krafttest vornehmen, über den ein individuell passendes Trainingsgewicht definiert werde.

Umfrage beendet

  • Wie oft betreibt ihr im Winter Sport?