Wie kam Frittieröl in Kellerlichtschächte?. Zwei Reinigungsmitarbeitern konnte nicht nachgewiesen werden, dass sie Frittieröl der Nordsee in Krems unsachgemäß entsorgt haben.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 12. November 2019 (04:15)
Symbolbild
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So manche Kundin verließ im Frühjahr dieses Jahres mit gerümpfter Nase die Umkleidekabine eines Modegeschäftes in der Kremser Fußgängerzone. Die Erklärung für den penetranten Geruch nach altem, abgestandenem Frittieröl in dem Geschäft fand dann ein aufmerksamer Mitarbeiter der Kremser Straßenreinigung: Er entdeckte in der Seitengasse in zwei Kellerlichtschächten übel stinkendes Frittieröl.

„Wir haben mit Öl nix zu tun. Wir putzen nur“

Das Mauerwerk sei schon durchtränkt gewesen und eine Öl-Tropfenspur habe vom Haus, in dem sich das Modegeschäft befand, direkt zum Selbstbedienungsrestaurant der Kremser Nordsee geführt, schilderte der Zeuge.

In der Folge stand die von der Nordsee beauftragte Reinigungsfirma mit deren Mitarbeitern auf dem Prüfstand: Ein serbisches Brüderpaar (23- und 30-jährig), das in der Nordsee im Putzeinsatz war, wanderte letztlich wegen Sachbeschädigung auf die Anklagebank.

„Wir haben mit Öl nix zu tun. Wir putzen nur. Boden waschen und so. Aus den Fritteusen wird von den Nordsee-Leuten noch verwendbares Öl abgelassen und gelagert. Wir wischen nur die Reste wie Brösel mit einem Tuch weg, und das kommt dann in den Restmüll“, schilderte das Duo vor Gericht, und es beteuerte seine Unschuld.

In einem umfangreichen Beweisverfahren konnte den beiden nicht nachgewiesen werden, dass es Frittieröl aus dem Lokal in den öffentlich zugängigen Schächten entsorgt habe, begründete die Richterin die gefällten Freisprüche im Zweifel.