Mautern: Gasthaus-Rückkehr nach 110 Jahren. Nikolaihof-Eigentümer Nikolaus Saahs will „Zum grünen Baum“ erhalten. Umfassende Renovierung läuft bereits.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 21. April 2021 (05:46)
Nikolaus Saahs vor dem Gasthof Zickbauer („Zum grünen Baum“), Mautern: Der neue Eigentümer will das Haus bereits Ende Mai für Nächtigungsgäste öffnen.
Martin Kalchhauser, Martin Kalchhauser

Der Gasthof „Zum grünen Baum“ im Herzen Mauterns ist gerettet. „Nachbar“ Nikolaus Saahs, Chef des Nikolaihofs, hat zugeschlagen und das seit der Pensionierung des letzten Wirten Alois Zickbauer Ende 2020 leer stehende Haus gekauft. Es wird vorerst als Frühstückspension weitergeführt und soll schon 2022 wieder zu einem vollwertigen „Dorfgasthaus“ werden.

Mit dem Besitzerwechsel – über den Kaufpreis gibt es keine Auskunft – wurde eine „Heimkehr“ besonderer Art besiegelt. Denn 1894 wurde der Gastbetrieb laut Mauterner Stadtchronik vom Urgroßvater des Nikolaus Saahs gekauft. Von 1895 an gaben einander dann sieben Pächter die Türklinken in die Hand, sodass das Haus 1910 an die Zickbauers – an den Großvater des letzten Wirtes – verkauft wurde. Nach 110 Jahren kehrt es nun wieder in die benachbarte Nikolaihof-Familie zurück.

Erst Frühstückspension, dann wieder Gasthof

„Es war irgendwie logisch, dass wir das Haus kaufen“, erklärt Nikolaus Saahs. „Es grenzt direkt an unseren Nikolaihof, und ein Teil des Gebäudes steht sogar auf unserem Grund, darunter befindet sich ein Teil unseres Kellers.“ Der Gasthof hat 15 Zimmer und fünf Wohnungen. „Die Räume sind gut eingeteilt und großteils sehr schön“, verrät Saahs. Sie werden gerade umfassend renoviert. Alle Böden, Stoffe und Betten in den Gastzimmern werden bzw. wurden erneuert. „Wir wollen schon Ende Mai wieder eröffnen“, hat sich der neue Eigentümer ein engagiertes Ziel gesetzt. Vorerst wird er das ehemalige Gasthaus Zickbauer als Frühstückspension führen.

Doch für die Zukunft gibt es für Saahs ein weiteres großes Ziel: „2022 soll das Haus als gutbürgerliches Gasthaus wieder eröffnen.“ Dazu bedarf es allerdings noch weiterer Investitionen, etwa in eine völlig neue Küche und die Wirtshaus-Räume. „Ich denke, dass das Haus für die Belebung der Mauterner Innenstadt wichtig ist. Es soll ein Wirtshaus werden, wo Bauarbeiter und Manager gleichermaßen einkehren, mit einem Stammtisch und der Gelegenheit für Familienfeiern.“ Offen sei derzeit noch, ob dieses dann die gastronomie-erprobte Nikolaihof-Familie Saahs selbst führen oder einem Pächter überantworten wird.