Kremser Hofbräu bleibt in Seidls Hand. Gerüchte, Othmar Seidl verkaufe Gasthaus, stimmen nicht. Das Smartphone-Bestellsystem wandert indes nach draußen.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 13. Februar 2020 (06:11)
Vielbeschäftigter Othmar Seidl: Für das Hofbräu am Steinertor bleibt trotzdem genug Zeit.
Kalchhauser

Gerüchte und Spekulationen – Othmar Seidl, der als Immobilienentwickler in den vergangenen Jahren viele Millionen Euro in Hotels investiert hat, kann ein Lied davon singen. Zuletzt kam damit auch sein „Hobby“, das Hofbräu am Steinertor, in Berührung. Seidl werde das Restaurant am Südtirolerplatz verpachten oder sogar verkaufen, weil es zu wenig Gewinn abwirft, so hieß es gleich von mehreren sonst recht gut informierten Quellen.

Dem ist aber nicht so. Seidl behält den Ableger des Münchner Hofbräuhauses weiter in seiner Hand. „Auch wenn ich kein Wirt bin, mir macht das sehr viel Spaß.“ Der Umsatz übersteige sogar die Erwartungen.

Stammtischkultur geht über Handy-Bestellen

Eine Veränderung wird es im Hofbräu trotzdem geben. Das Smartphone-Bestellsystem, das einen Monat auf 16 Tischen getestet wurde ( die NÖN berichtete, siehe hier und unten), kommt künftig nur noch im Biergarten zum Einsatz. „Drinnen widerspricht das unserer Philosophie. Wir haben 16 Stammtische, die regelmäßig zu uns kommen. Diese Kultur wollen wir fördern.“

Im 2018 als Biergarten des Jahres ausgezeichneten Außenbereich sei das System des Start-up-Unternehmens Ordito hingegen durchaus geeignet. Seidl möchte rund 60 Prozent der Tische mit dem runden Hofbräu-Emblem samt QR-Code, über den die Karte aufgerufen werden kann, ausstatten.

Seine Bewährungsprobe feiert die von den Gästen gemischt aufgenommene Neuerung spätestens bei der Fußball-Europameisterschaft im Sommer, deren Spiele im Biergarten wieder auf der Großbildleinwand übertragen werden.