Kriminelle (38) bespuckte Polizisten: "Ich Covid!". Da halfen auch die fast zu Tränen rührenden Geschichten nichts. Ein rumänisches Pärchen versuchte, vor Gericht in Krems zu erklären, warum es Opferstöcke geplündert hat. Bei der Verhaftung wurde ein Polizist von der angeblich Corona-Kranken attackiert.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 28. Januar 2021 (10:35)
Symbolbild
NP27/Shutterstock.com

Alle "Erklärungen" für die Ursache der Straftaten halfen einem rumänischen Pärchen, das sich am Kremser Gericht verantworten musste, nichts.

Aus Not kriminell geworden?

Die Pandemie habe ihre angespannte Situation noch verschärft: Geplatzte Jobs, ein krankes Enkerl, bei dem eine dringende und teure Operation anstand, aber weder eine Arbeit noch eine Einnahmequelle in Aussicht, ... Da seien sie auf die Idee gekommen, Opferstöcke zu plündern, erklärte das Paar (38- und 50-jährig) vor der Kremser Richterin.

Geld aus Opferstöcken gefischt

Mit einem doppelseitigen Klebeband habe er einen Metallbügel ummantelt und dann versucht, aus Opferstöcken Geld zu fischen, schilderte der 50-Jährige seine Vorgehensweise. Die Partnerin sei vor der Kirche Schmiere gestanden und hätte bei etwaigen Störungen durch Passanten Alarm geschlagen. Nach einigen Fehlschlägen habe es in Maria Langegg im Bezirk Krems geklappt.

Täter waren keine "Anfänger"

Mit 170 Euro Beute sei es dann weiter nach Heiligenkreuz bei Herzogenburg gegangen. Dort habe aber ein Geistlicher gestört, erzählte der Beschuldigte und brach in Tränen aus. Schluchzend beteuerte er die "Verzweiflungstaten".
Sichtlich unbeeindruckt von den rührseligen Geschichten kommentierte die Richterin: „Das waren nicht Ihre ersten Straftaten, wie Vorstrafen in Deutschland aufzeigen!“ 

"Covid-Attacke" bei Verhaftung

Ertappt, habe die Diebeshelferin schließlich Widerstand geleistet und mit den Worten „Ich Covid!“ in Richtung des amtshandelnden Polizisten gespuckt. Diese Attacke der 38-Jährigen hinterfragte die Richterin natürlich umgehend. Sie sei in Panik gewesen, lautete die Erklärung der Täterin. Für das Paar setzte es teilbedingte Strafen: 18 Monate, davon fünf Monate Gefängnis für ihn, für die Helferin setzte es 20 Monate, davon muss sie sechs Monate absitzen. Das Urteil ist rechtskräftig.