Gelöbnis aus 1741 wieder eingelöst. Mehr als 200 Personen aus Krems und Umgebung nahmen an der vorwöchigen Gelöbniswallfahrt nach Mariazell teil - und setzten so eine wichtige Tradition der Pfarre Krems-St. Veit fort.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 23. August 2019 (14:21)

Tradition wurde fortgesetzt

Der Ursprung der Gelöbniswallfahrt geht auf das Jahr 1741 zurück. sie war damals eine Dankesbekundung für das Ende der Pest und die Befreiung von der Schwedenbelagerung. Damals gelobt der Kremser Stadtrat "auf ewig" eine jährliche Wallfahrt nach Mariazell durchzuführen. 1762 wurde dies durch einen Vertrag zwischen der Pfarre St. Veit und der Stadt Krems besiegelt.

17 gingen volle Distanz

17 Personen, darunter Mesner Josef Payerl, nahmen die 104 Kilometer zu Fuß in Angriff und waren drei Tage unterwegs. Der Großteil der Pilger nützte die Autobusse, aber viele gingen immerhin das letzte Teilstück von Annaberg in den Gnadenort zu Fuß. Müde, aber mit vielen positiven Eindrücken kamen die Wallfahrer wieder in Krems an.

Mit Musikbegleitung in Kirche

Hier wurden sie am Bahnhofplatz von der Stadtkapelle Krems empfangen und musikalisch in den Dom der Wachau geleitet. Dort blickte Pfarrer Franz Richter "in viele lächelnde Gesichter", und Stadtchef Reinhard Resch gab seiner Freude darüber Ausdruck, dass die Wallfahrt auch heute noch viele Menschen anzusprechen vermöge. Geschenke aus dem städtischen Weingut gab es aus der Hand Reschs für Pfarrer Richter, Diakon Klaus Killer - er war 1962 als Ministrant erstmals dabei - und Kapellmeister Peter A. Surböck.

Rosa Eder über 50mal dabei!

Bei der anschließenden Agape, zu der der Bürgermeister ins Foyer des benachbarten Rathauses einlud, waren unter anderem besondere Wallfahrerinnen Gesprächsthema. So war Rosa Eder aus Langenlois 1947 zum ersten Mal auf Wallfahrt nach Mariazell dabei. Damals gab es noch die vier Besatzungszonen in Österreich, und die Strecke wurde mit der Mariazellerbahn bewältigt. Eder war seither mehr als 50mal in die Steiermark unterwegs.

Zwillinge feierten 82. Geburtstag

Gratulationen gab es für zwei Zwillingsschwestern, die ebenfalls als Pilgerinnen aktiv waren: Theresa Kaufmann aus Reichau und ihre Schwester Hermine Führlinger aus Reichaueramt feierten genau am Tag der Rückkunft aus Mariazell ihren 82. Geburtstag.