Kremser Badearena: Der nächste Schritt. Raum- und Funktionsprogramm für neue Badearena abgesegnet. Vizebürgermeisterin Eva Hollerer (SPÖ) unterstellt Freiheitlichen, Projekt zu sabotieren.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 29. Oktober 2020 (05:14)
Stadt Krems

Der nächste Schritt zur Errichtung einer neuen Badearena ist getan. Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung vom 21. Oktober das Raum- und Funktionsprogramm und die Kosten von 24 Millionen Euro mit den Stimmen von SPÖ, ÖVP, KLS, ProKS und Grüne abgesegnet.

Dagegen gestimmt hat die FPÖ, die das Thema zuvor von der Tagesordnung absetzen wollte. Gemeinderat Werner Friedl begründete das mit fehlenden Beilagen zum Raum- und Funktionsprogramm, der Energieversorgung und den Errichtungskosten. Er könne deswegen keine Beurteilung abgeben. Die anderen Parteien schmetterten den Antrag ab.

„Bitte sagt doch der Bevölkerung: ‚Wir tun alles, um nicht zu einem neuen Kremser Bad zu kommen.“Vizebürgermeisterin Eva Hollerer in Richtung der FPÖ

Es war nicht das einzige Mal während der Debatte, dass die FPÖ mit ihrer Meinung alleine dastand. Die Kritik der Freiheitlichen, dass ein neues Bad auch in einer deutlich billigeren Variante möglich wäre, Synergieeffekte mit der Sporthalle in dem Plan außen vor bleiben und der Schwimmverein zu wenig eingebunden werde, wies vor allem die SPÖ scharf zurück.

Vizebürgermeisterin Eva Hollerer wirft den Freiheitlichen „Vernaderung“ vor.
Martin Kalchhauser

Eva Hollerer unterstellte sogar Sabotage: „Bitte sagt doch der Bevölkerung: ‚Wir tun alles, um nicht zu einem neuen Bad in Krems zu kommen!‘“.

Die SPÖ-Vizebürgermeisterin warf der FPÖ in ihrem Rundumschlag „Erbsenklauberei, Verschleppung und Vernaderung“ vor. Für sie sei es unseriös, dass die Freiheitlichen den Eindruck erwecken wollen, die Stadt gehe unverantwortlich mit dem Geld um. In eine ähnliche Kerbe schlug auch KLS-Gemeinderat Wolfgang Mahrer. Bei einem „Miesmachen des neuen Bades für die Wähler“ spiele er nicht mit.

FPÖ-Gemeinderat Christoph Hofbauer: „Jegliche Kritik ist Majestätsbeleidigung!“
MK

Die FPÖ reagierte verspätet, aber gewohnt angriffig durch Gemeinderat Christoph Hofbauer auf die Anschuldigungen: „Dass jegliche Kritik an der Verschwendungspolitik, vor allem am Luxus-Projekt Hallenbad, von der ‚Rotfront‘ als Majestätsbeleidigung aufgefasst wird, ist lächerlich!“ Hofbauer plädiert für eine „leistbare Lösung, wie in Wiener Neustadt“.

Wie geht es weiter mit dem Mammutprojekt? Die nächsten Schritte sind die Suche nach einem Generalplaner und die Eröffnung eines Architektenwettbewerbs. Geht es nach Bürgermeister Reinhard Resch, soll der Spatenstich 2022 erfolgen, die Fertigstellung 2023 oder 2024.