Krems

Update am 16. Oktober 2017, 16:55

von Thomas Werth

Klarer SP-Sieg, VP auf Rekord-Tief. Bürgermeister Reinhard Resch holt 19 Mandate, VP stürzt auf elf Mandate ab. Gewinne für FP, Verluste für KLS und Grüne.

Zusammen mit der Landespartei feierte die Kremser SPÖ einen historischen Wahlsieg: Ex-Nationalratsabgeordneter Ewald Sacher, Landesgeschäftsführer Reinhard Hundsmüller, Landesparteivorsitzender Franz Schnabl, Bürgermeister Reinhard Resch und Stadtrat Alfred Scheichel.  |  Johann Lechner

Die Kremser Gemeinderatswahl endete mit einem deutlichen Sieger. SP-Bürgermeister Reinhard Resch erreichte 46,1 Prozent und konnte damit um 8,2 Prozentpunkte zulegen. Damit gehen 19 der 40 Mandate an die Sozialdemokraten. „Das ist ein deutliches Zeichen, dass die Leute unsere Arbeit in den vergangenen fünf Jahren honoriert haben“, freut sich der Stadtchef. Erstmals gelang es, jeden einzelnen der 23 Sprengel zu gewinnen.

Im Rathaus versammelten sich die Vertreter aller Parteien und Listen und warteten auf die eintreffenden Sprengelergebnisse. Davor waren alle noch zuversichtlich, danach hatte nicht mehr jeder Grund zum Lachen. Im Bild: Adolf Krumbholz, Nikolaus Lackner, Peter Lanzrath, Sandra Mayer, Susanne Rosenkranz, Erwin Krammer, Reinhard Resch.  |  Johann Lechner

Dahinter setzte es für die Volkspartei unter Erwin Krammer ein Debakel. Nachdem die ÖVP schon 2012 abgestürzt war und erstmals seit 1955 nicht den Bürgermeister stellte, verlor sie nun weitere 9,5 Prozentpunkte und landete bei 26,6 Prozent – ein historischer Tiefstand, der nur mehr elf Mandate (–3) bedeutet. „Wir haben gewusst, dass der Trend Richtung Resch geht. Aber wir haben auf Sachthemen wie die Innenstadt gesetzt, weil es uns wichtig ist – auch wenn das bei den Wählern nicht so gegriffen hat“, erzählt Krammer.

Stadt Krems; Illustration: opicobello/shutterstock.com Grafik: Bischof/Gastegger

Die Freiheitlichen mit Spitzenkandidatin Susanne Rosenkranz erreichten 15,1 Prozent (+7,1 Prozent) und verdoppelten ihre Mandatszahl auf sechs – das gelang erst einmal im Jahr 1997. „Ein neues Gesicht, das frischen Wind gebracht hat“, hat Susanne Rosenkranz, die erst vor wenigen Wochen auf ihren Ehemann Walter als Spitzenkandidaten gefolgt ist, ein Erfolgsrezept parat. Der Kremser SP streut sie Rosen: „Sie hat einen fehlerfreien Wahlkampf geliefert.“

ProKrems schaffte Einzug hauchdünn 

Die KLS konnten die zwei Mandate halten, mussten aber ein Minus von 1,7 auf 5,3 Prozent verkraften. Auch die Grünen mussten Verluste hinnehmen und haben nur mehr ein Mandat im Gemeinderat (3,6 Prozent). Die UBK hat den Einzug mit 1,0 Prozent verpasst (–3,7 Prozent). Die von der UBK abgespaltene proKrems hat 2,3 Prozent erreicht und damit hauchdünn das letzte der 40 Mandate errungen.

Im Stadtsenat hat nun die SPÖ mit sechs Sitzen die Mehrheit, auf die ÖVP entfallen drei, auf die FPÖ wie die vergangenen fünf Jahre einer.

Die Wahlbeteiligung hat durch die Zusammenlegung mit der Nationalratswahl nur bedingt profitiert: von 62,6 auf 65,1 Prozent (gesamt: 15.540). Bei der Nationalratswahl ist sie sogar von 76,0 auf 70,4 Prozent gesunken (gesamt: 12.779).

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