Kremser ÖVP zaubert Überraschungskandidaten aus dem Hut

Erstellt am 19. Mai 2022 | 11:42
Lesezeit: 3 Min
Florian Kamleitner
ÖVP-Stadtparteichef MArtin Sedelmaier präsentierte den Überraschungskandidaten für die Wahl im September: Florian Kamleitner, 32.
Foto: VP Krems
Doch nicht Doris Berger-Grabner! Mit dem 32-jährigen Florian Kamleitner schickt die Volkspartei einen Newcomer als Spitzenkandidaten für die Kremser Gemeinderatswahl am 4. September ins Rennen.
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Monatelang lief die Gerüchteküche heiß, jetzt ist das Geheimnis endlich gelüftet - und sorgt für eine echte Überraschung.

Landersdorfer ist die Nummer 1

Die ÖVP geht mit einem Newcomer als Spitzenkandidaten in die Gemeinderatswahl am 4. September. Florian Kamleitner ist studierter Bio-Ökonom (Diplomingenieur und Doktor). Der Absolvent der TU WIen arbeitet bei der ecoplus, der Wirtschaftsagentur des Landes Niederösterreich in St. Pölten, intermediär als Vermittler zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Der 32-Jährige lebt im Kremser Stadtteil Lerchenfeld, ist mit einer Ukrainerin verheiratet und Vater einer dreieinhalbjährigen Tochter. 

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Foto: Martin Kalchhauser

Absoluter Überraschungskandidat

Aufgefallen war Kamleitner in jüngerer Vergangenheit mit einer Kundgebung für die Ukraine am Pfarrplatz, die er gemeinsam mit Gattin Kateryna organisierte. Politisch ist Kamleitner bisher nicht in der Sphäre der Kremser ÖVP in Erscheinung getreten. Zuletzt war in den Reihen der Volkspartei Bundesrätin Doris Berger-Grabner als Spitzenkandidatin favorisiert worden. Kamleitners Bestellung ist eine absolute Überraschung. 

Wieder Kritik an Stadtchef Resch

Während ÖVP-Stadtparteiobmann Martin Sedelmaier die Vorstellung des Kandidaten für einen erneuten verbalen Angriff auf SPÖ-Bürgermeister Reinhard Resch nützte ("Projekte zu verschieben, aber die Wahl in die Ferien vorzuverlegen, das passt zum Resch-Stil!"), gab sich Kamleitner unverbindlich, obwohl auch er mehrmals die ÖVP-Diktion der vergangenen Wochen wiederholte. Erst am Abend davor war er zum Spitzenkandidaten gekürt worden. Auf Nachfrage, ob es bei seiner mehrmals erwähnten "Bestellung mit überwältigender Mehrheit" auch andere Kandidaten gegeben habe, blieb er die Antwort schuldig.

"Aus Liebe zur Heimatstadt Krems"

Sedelmaiers Antwort, man wolle sich "auf keine Spekulationen einlassen", ging am Thema vorbei. In die Politik gehe er, Kamleitner "aus Liebe zu seiner Heimatstadt Krems", meinte Kamleitner in der Begründung seiner Kandidatur. "Die Stadt hat Staub angesetzt, es wird nur mehr verwaltet. Wir brauchen frischen Schwung, und ich will beitragen, dass nicht nur geredet, sondern auch gehandelt wird." Antworten zu den zentralen Inhalten blieb der neue Spitzenmann schuldig. "Das wird alles in den nächsten Tagen und Wochen bekanntgegeben."

Wahlziel ist das Bürgermeisteramt

Die 108 Tage, die bis zu Wahl noch bleiben, wolle er nutzen, um "viele Kontakte zu knüpfen und viele Menschen zu überzeugen". Auf die Frage, ob er den Wahlkampf-Stil der ÖVP der letzten Wochen teile: "Ich teile die vorgebrachte Kritik. Aber ich will nicht nur kritisieren, sondern auch Ideen für Krems liefern." Immerhin verriet der nach eigenen Aussagen "grundpolitische Mensch" Kamleitner sein Wahlziel: "Ich will Bürgermeister werden, sonst würde ich nicht antreten."

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