Gefängnisstrafe für Kremser Feuerteufel. „Ich war frustriert“, erklärte Angeklagter Brandstiftungen. „Und dann wollten Sie als Held dastehen!“, entgegnete Richter.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 30. Juli 2019 (04:32)
Foto: Jutta Hahslinger
Der 31-jährige Brandstifter akzeptierte die dreijährige Gefängnisstrafe. Der Ankläger überlegt noch.

„Sie waren als Jugendlicher bei einer Feuerwehr und wollen als Erwachsener nicht mehr gewusst haben, dass sich ein Feuer ausbreiten kann?“, entgegnete Richter Gerhard Wittmann harsch auf die Beteuerung des Angeklagten, er habe nicht bedacht, dass ein Feuer übergreifen kann.

„Ich wollte nie, dass etwas passiert“, setzte der in Krems lebende Koch seine Beteuerungen vor dem Schöffensenat fort. Er gab jedoch zu, ab 19. Jänner dieses Jahres bis zu seiner Verhaftung im April mitten im Kremser Wohngebiet vier Mal Container einer Müllinsel in der Mühlbachgasse und drei Mal Müllcontainer in der Judengasse in Brand gesteckt zu haben.

FF Krems/Manfred Wimmer
Mehrfach setzte der Feuerteufel die Müllinsel am Kremser Dreifaltigkeitsplatz in Vollbrand.

„Ich will den Gesamtschaden von über 30.000 Euro wieder gutmachen. Hinter Gittern hat es bei mir Klick gemacht. Es war, wie wenn sich ein Schalter umgelegt hat. Ich will mein Leben ändern, und ich weiß, dass ich es schaffen werde“, bat er um eine letztmalige Chance.

Er sei bereit, an sich zu arbeiten, keinen Tropfen mehr zu trinken und alle Auflagen (Entzug oder Therapie) des Gerichts zu erfüllen. „Ich habe eine schwere Kindheit hinter mir und immer um Anerkennung gekämpft“, schilderte der 31-Jährige seufzend. Unzufrieden mit seinem Leben habe er seinen Frust in Alkohol ertränkt. Dann sei es im Jänner auf dem Heimweg über ihn gekommen, und er habe etwas zerstören wollen.

Zeuge und Helfer war mehrfacher Feuerleger

„Eine schwere Kindheit ist keine Entschuldigung. Sie haben sich an den Tatorten noch als Zeuge und Helfer dargestellt, bis ein Video sie bei der letzten Brandlegung am 17. April in Aktion zeigte und als Täter entlarvte. Sie haben sieben Vorstrafen, davon sechs einschlägige.

Während einer offenen Probezeit haben sie erneut massive Straftaten begangen“, erläuterte der Richter den Schuldspruch wegen Brandstiftung und Sachbeschädigung. Er verhängte über den 31-Jährigen eine dreijährige Gefängnisstrafe (nicht rechtskräftig). Weiters wurde eine bedingte Strafnachsicht von drei Monaten widerrufen.