Vergewaltigung: Nigerianer geht frei. Widersprüchliche Angaben des Opfers bringen Anklage wegen Vergewaltigung zu Fall.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 28. Februar 2018 (05:10)
Hahslinger

„Wir hatten eine Beziehung“, erklärt der 33-jährige Asylwerber vor Gericht. Der Nigerianer leugnet, eine Landsmännin (20) vergewaltigt zu haben. So etwas mache er nicht, beteuert er unter Tränen und spricht von einvernehmlichem Sex: „Wir machten Liebe. Ich hätte sie nie gezwungen oder Gewalt angewendet.“ Er habe sie auch nicht dazu aufgefordert, Drogen in Wien zu besorgen, beteuert er und erklärt: „Ich war wegen Drogen schon im Gefängnis. Einmal und nie wieder. Ich habe mir geschworen, das Zeugs nie wieder anzugreifen.“

Zu den intimen Kontakten sei es in der Asylunterkunft in Stein gekommen, erzählt er.

„Wie soll ich mir das in einem mit acht Männern belegten Zimmer vorstellen?“, hakt die Richterin nach.

Er habe einfach den Vorhang am Stockbett zugezogen, sagt der 33-Jährige und kann sich die Vorwürfe nur damit erklären, dass die Nigerianerin ihren österreichischen Freund und Geldgeber nicht verlieren wollte. Sie habe ihn als Bruder ausgegeben und so die Kontakte und Treffen erklärt, behauptet der Nigerianer.

"Sie hatte ja kein Gesundheitszeugnis“

„Ja, das stimmt. Ich glaubte, er ist ihr Bruder“, bestätigt der Kremser Ex-Freund (55) die Aussage des Nigerianers. Überhaupt habe die 20-Jährige es mit der Wahrheit nicht so genau genommen, erzählt der 55-Jährige von Schwindeleien der jungen Frau. Er habe sie sogar in einem St. Pöltner Etablissement angetroffen und schockiert die Polizei gerufen: „Sie hatte ja kein Gesundheitszeugnis.“

Von der Vergewaltigung habe sie erzählt. Andere Burschen seien dabei gewesen und hätten ihr nicht geholfen, schildert der 55-Jährige.

Die 20-Jährige will keine Beziehung mit dem Landsmann gehabt haben. Sie spricht nur von einem guten Freund in der Fremde. Dann verwickelt sie sich in Widersprüche. Nach einem umfangreichen Beweisverfahren wird der 33-Jährige im Zweifel freigesprochen. Nicht rechtskräftig.