Kremser bekam 1.250 Euro Strafe für Hetze im Netz. „Das war ein Blödsinn“, bedauerte ein Kremser sein Hassposting gegen einen Afrikaner.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 11. Dezember 2019 (04:56)
Symbolbild
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„Ja, schuldig“, bekannte ein Kremser (55) und gab vor Gericht zu, einen Facebook-Artikel über Flüchtlinge aus Afrika mit „Weg mit dem Gesindel!“ „Lauter Hur’n-g’sindl!“, kommentiert zu haben.

„Das war ein Blödsinn. Unbedacht. Ich war damals in einem Stimmungstief und hatte auch etwas getrunken. Ich bin kein Ausländerhasser“, beteuerte der bislang unbescholtene Kremser.

Das reumütige Geständnis ließ den 55-Jährigen mit einer Diversion – Einstellung des Strafverfahrens gegen Zahlung einer Geldbuße von 1.250 Euro – noch einmal glimpflich davonkommen. Der Kremser berappte aber nur 300 Euro, und deshalb wurde das auf Eis gelegte Strafverfahren wieder aufgenommen.

„Ich hatte einen finanziellen Engpass, ich konnte damals nicht die ganze Strafe zahlen. Es tut mir wirklich leid, aber es ging sich nicht aus. Ich brauchte ja auch etwas zum Leben. Jetzt habe ich das Geld aber beisammen und sofort eingezahlt“, erklärte der Saisonarbeiter und flehte um Nachsicht. Zum Beweis der Einzahlung legte er einen Beleg vor.

Die Richterin und die Anklägerin zeigten sich gnädig und betrachteten die Causa wegen Verhetzung mit der Bezahlung der Geldbuße als erledigt.

Sichtlich erleichtert zog der Kremser von dannen und meinte noch: „Von Facebook lasse ich jetzt sicher die Finger.“