Kremser Teenager (17) pfiff Kugel um die Ohren. Weil Kremser „cool sein“ wollte und wütend auf Kumpel war, griff er zur Pistole und feuerte: Opfer kam mit dem Schrecken davon.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 29. Oktober 2020 (04:28)
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„Ich habe nur einen Schuss in die Luft abgegeben“, beteuerte ein Kremser (19) vor Gericht und leugnete, einen gezielten Schuss auf einen Kumpel am Mofa abgegeben zu haben.

Kritisch merkte die Richterin zu der Unschuldsbeteuerung an, dass der Beschuldigte dem Teenager (17) tags zuvor eine Drohung („I hau dir die Fresse ein, verreck einfach, du Missgeburt“) via Instagram geschickt hatte.

Und sie sprach die weiteren Vorkommnisse nur einen Tag nach der Schussabgabe an. Da soll der Kremser den Teenager erneut mit einer durchrepetierten Pistole bedroht, geschlagen, getreten und zum Schweigen genötigt haben.

Der Beschuldigte räumte zwar Unstimmigkeiten mit dem jungen Kumpel ein, versuchte aber, die meisten Tätlichkeiten zu verharmlosen. Er habe nur „cool sein“ wollen und deshalb zur Waffe gegriffen, beteuerte er. Es habe auch keine Tritte oder Schläge gegeben, sondern nur eine Rangelei unter Freunden.

Nach einem umfangreichen Beweisverfahren wurde der Kremser der Körperverletzung, gefährlichen Drohung und versuchten Nötigung für schuldig befunden. Zudem gab es noch Schuldsprüche wegen Diebstahls (Kollegen bestohlen), Sachbeschädigung (der Kremser zerstörte am Parkdeck beim Bahnhof einen Feuerlöscher und löste Fehlalarme aus) sowie Sachentziehung (warf Handy einer Bekannten in Teich).

Es setzte eine teilbedingte Freiheitsstrafe: Zwölf Monate, davon muss der Kremser einen Monat hinter Gittern absitzen.