Kremser verabreichte Todesspritze: Arrest. Mauterner starb an Substitolspritze, die ihm Suchtkranker gab: „Vorsätzliche Körperverletzung mit Todesfolge“, befand Senat.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 19. Dezember 2017 (05:24)
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Symbolbild

„Können Sie der Verhandlung folgen?“, fragt die Richterin zu Prozessbeginn. Der angeklagte Kremser (36) nickt bejahend. Er sei in einem Drogenentzugsprogramm und habe seine verordnete Dosis an Substitol intus. So zeige Substitol, das der medizinische Sachverständige Wolfgang Denk mit Morphin gleichsetzt, aufgelöst und injiziert sofort berauschende Wirkung: „Man ist gleich voll drauf“, erzählt der Kremser.

„Sie gingen und kümmerten sich nicht?“

Er gibt zu, am Tod seines Bekannten (38) aus Mautern beteiligt gewesen zu sein. Er beteuert eine Hilfeleistung: „Er hat mich um Hilfe beim Setzen der Spritze gebeten. Mehr habe ich nicht getan.“ Dann sei es dem Mauterner nicht gut gegangen, und deshalb habe er ihn in Seitenlage gebracht und sei dann gegangen. „Sie gingen und kümmerten sich nicht, obwohl Sie wussten, dass es Ihrem Bekannten schlecht ging und er an Substitol nicht gewöhnt ist?“, bringt es die Anklägerin auf den Punkt.

Der Mauterner wurde am nächsten Tag tot gefunden: Die Obduktion habe ergeben, dass er an einer Suchtgiftintoxikation gestorben ist, informiert Denk und schließt die Version des Kremsers aus: „Die Einstichstelle war rechts. Da hätte sich das Todesopfer die Injektion als Rechtshänder mit der linken Hand geben müssen und dies mit an die drei Promille im Blut – das ist so gut wie unmöglich.“

Nach einem umfangreichen Beweisverfahren befindet der Schöffensenat auf vorsätzliche Körperverletzung mit Todesfolge und verhängt über den Kremser eine dreijährige Gefängnisstrafe.

Das Urteil ist rechtskräftig.