Kremser verging sich an Tochter (17): Haft. Bis zuletzt leugnete 36-Jähriger, seine Tochter missbraucht zu haben und meinte: „Ein Rachefeldzug!“ Richterin glaubte aber Opfer.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 17. September 2020 (05:14)
Landesgericht Krems
APA

„Nicht schuldig“, erklärte ein 36-Jähriger aus Krems vor Gericht zu den Vorwürfen der Kremser Staatsanwaltschaft, seine psychisch angeschlagene Tochter (17) zu sexuellen Handlungen verführt und ihr den Zugang zu Suchtmitteln ermöglicht zu haben.

„Sie wollte verhindern, dass ich mit meiner neuen Ehefrau ein Kind bekomme. Sie wollte keine Geschwister mehr“, erklärte der im Vorjahr noch tätige Berufskraftfahrer und mutmaßte einen „Rachefeldzug“ der Tochter. Dass er im Laster Suchtmittel deponiert hatte, seine Tochter davon wusste und zugreifen konnte, räumte er ein. Von sexuellen Übergriffen bei diversen Fahrten mit dem Kind wollte er nichts wissen.

Er wies darauf hin, dass die Tochter seit Kindertagen mit psychischen Problemen zu kämpfen gehabt habe und öfters Vorwürfe erhob, die sich dann schlichtweg als Lügen herausgestellt hatten. Er versuchte stetig, die Glaubwürdigkeit des mutmaßlichen Opfers zu untergraben. Dass es der heutige Teenager in der Kindheit nicht leicht hatte, belegt ein umfangreicher Pflegschaftakt: Das Kind wurde zwischen Eltern, Angehörigen und Heimen hin- und hergeschoben, und es ist heute noch psychisch angeschlagen. Ein Leichtes, einen sich nach Liebe sehnenden Teenager zu verführen, glaubte die Richterin nach einem umfangreichen Beweisverfahren den Aussagen des Opfers.

Sie verurteilte den Kremser zu 24 Monaten, davon muss er acht Monate im Gefängnis absitzen. Nicht rechtskräftig.