Pizza-Lieferanten mit Schuss erschreckt. Nur zwei Minuten Wartezeit deutete Pizza-Lieferant an und stoppte zum Ärger eines Autofahrers in Zeitnot: Entnervter zuckte aus.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 12. Mai 2021 (04:57)
Symbolbild
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„Ich war spät dran zur Arbeit und dann ist auch noch der Pizza-Lieferant einfach auf der Straße stehen geblieben. Ich habe gehupt, aber der Fahrer hat nicht eingeparkt, sondern ließ den Wagen einfach stehen und beschimpfte mich. Aus Angst habe ich zu meiner Schreckschusspistole gegriffen. Dann bin ich in eine Seitengasse gefahren“, schilderte ein 19-Jähriger aus Krems vor Gericht.

Einige 100 Meter vom Pizza-Wagen entfernt habe er dann einen Schuss abgefeuert, gab er zu. „Wenn Sie schon weggefahren sind, warum haben Sie einen Schuss abgegeben?“, wollte die Richterin wissen.

„Das weiß ich heute selbst nicht mehr“, sagte der 19-Jährige und leugnete, beim Vorbeifahren demonstrativ mit der Waffe hantiert und den Boten erschreckt zu haben.

Anders schilderte es der Lieferant (50): „Der Kunde war schon da, und ich habe die Pizza übergeben. Ich musste nur mehr kassieren, da hupte es. Zwei Minuten, deutete ich dem Fahrer an. Der hantierte auf einmal mit einer Waffe. Dann fuhr er in die Einbahn und plötzlich knallte es. Ich war geschockt und rief die Polizei. Das geht doch nicht, andere haben auch Stress!“

„Es geht aber auch nicht, dass Sie einfach auf der Straße stoppen, ihre Lieferung durchführen und dabei den Verkehr lahmlegen“, fand die Richterin auch für den Pizzaboten mahnende Worte. Für den ausgerasteten Autofahrer setzte es vier Monate bedingt und er muss ein Antiaggressionstraining absolvieren. Nicht rechtskräftig.