Stein-Insasse „erspielte“ sich weitere drei Jahre Haft. Häftling wollte Stein-Frischling weder erpresst noch um Geld betrogen haben: „Er hatte Spielschulden aus Pokerrunden bei mir!“

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 22. Oktober 2020 (05:28)
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Das Vorhaben eines altgedienten Steininsassen (fünf Jahre wegen Betruges und acht Jahre hinter Gittern wegen schweren Raubes), einen naiven Mithäftling über den Tisch zu ziehen, ging zunächst auf: Der Serbe (50) gaukelte dem Neuzugang vor, mit etwas Geld könne er dessen gewünschte Verlegung organisieren. Der unbedarfte Stein-Frischling (49) ging darauf ein. Er ließ sich von seiner Gefährtin Geld schicken und übergab dem Serben insgesamt 6.500 Euro.

Als die Geldquelle zu versiegen drohte, habe der Serbe Druck gemacht, ihm angekündigt: „Geld, oder dir und deiner Gefährtin wird was passieren!“, schilderte das letztlich geprellte Opfer im Zeugenstand.

Von Betrug und Erpressung könne gar nicht die Rede sein, beteuerte der angeklagte Serbe vor Gericht seine Unschuld. „Das waren Spielschulden aus Pokerrunden“, erklärte er die Geldübergaben.

Dass Pokerrunden, ja sogar Turniere hinter Gittern stattgefunden haben, bezeugten Insassen, aber lediglich ein mittlerweile in eine andere Anstalt verlegter Mitspieler bestätigte: „Es wurde nicht nur wie erlaubt um Schokolade oder Tabak gespielt. Manchmal ging es um 10.000 Euro. Über Angehörige draußen wurde das Finanzielle geregelt.“

„Ging das nicht freiwillig über die Bühne, wurde nachgeholfen, wie in diesem Fall“, befand die Anklägerin und forderte einen Schuldspruch wegen Betruges und versuchter Erpressung. Nach dem Beweisverfahren schloss sich der Senat der Meinung der Staatsanwältin an, befand den Serben für schuldig und verhängte drei Jahre Gefängnis. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.