Doppelmörder wollte in Stein erneut töten. Stein-Insasse versuchte, Mithäftling in der Zelle die Gurgel durchzuschneiden: Es setzte erneut lebenslang im Maßnahmenvollzug.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 30. Juli 2020 (05:03)
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Beim Betrachten der Bilder seiner Töchter entwickelten sich bei Johannes O. (36) Hassgefühle auf einen Mithäftling (23), der in Stein einsaß, weil er sich aus dem Darknet Kinderpornos heruntergeladen hatte. Ein Hass, der stetig anstieg: „Ich wollte der Sau eine Abreibung verpassen, ihn verletzen, aber nicht töten“, erklärte O. die Messerattacke an dem 23-Jährigen vor Gericht. „Nicht schuldig“, meinte er zu dem Vorwurf des versuchten Mordes. Zum Tathergang und zu seinem blutigen Vorleben wollte er dann nichts mehr sagen. Fragen beantwortete er mit: „Kein Kommentar.“

„Sie haben ihn unter dem Vorwand, ihm eine Rasur und Massage angedeihen zu lassen, in Ihre Zelle gelockt und ihm dann heimtückisch von hinten mit einer selbst gebastelten Waffe einen langen Messerschnitt im Halsbereich zugefügt. Zum Glück für das Opfer haben Sie den Schnitt zu tief angesetzt. Sie setzten das Messer noch einmal an, aber da sprang der Mann auf und konnte, während Sie auf ihn einschlugen, den rettenden Alarmknopf drücken. Er überlebte, aber Sie hätten seinen Tod in Kauf genommen“, plädierte die Anklägerin auf Mordversuch und klärte die Geschworenen über das Vorleben des Kärntners auf: Er habe mit einer Axt den Kopf seiner Gefährtin gepalten und in der Justizanstalt Karlau einen Häftling mit einem Tischbein erschlagen.

Der wegen Doppelmordes einsitzende Kärntner wurde erneut zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe im Maßnahmenvollzug verurteilt. Rechtskräftig.