In Rage: Kremser riss Nummerntaferl ab

„Gehen Sie in den Wald und schreien Sie dort Ihre Wut heraus“, riet das Opfer im Zeugenstand dem angeklagten Zornbinkel (56).

Erstellt am 13. Oktober 2021 | 04:32
Gericht Symbolbild
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Foto: Von Zolnierek, Shutterstock.com

„Die Fahrerin stand am Behindertenparkplatz am Kremser Bahnhof mit laufendem Motor. Dann hat sich die Leine meines Hundes in der Kennzeichentafel verfangen. Ich gebe zu, ich habe gelacht und die Tafel weggeworfen“, schilderte der 56-jährige Kremser und entschuldigte sich dafür vor Gericht beim Opfer.

Er habe die Tafel nicht absichtlich abgerissen, beteuerte er, und leugnete, auf die Motorhaube gedroschen und versucht zu haben, die Fahrertür aufzureißen. Er leugnete auch, zuvor seine Nachbarin im Streit geschubst zu haben und eine Regentonne umgestoßen zu haben. Die offensichtlich geschönte Version des Beschuldigten wurde von einem Zeugen widerlegt: „Ich hörte die Hilferufe einer Frau und sah, wie er das Kennzeichen runter riss, umbog und wegwarf.“

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„Sein Verhalten war für mich unverständlich“, schilderte das Opfer und meinte zum Beschuldigten: „Wenn Sie das nächste Mal ausrasten, gehen Sie in den Wald, und schreien Sie dort Ihre Wut heraus.“ Dieser Empfehlung schloss sich die Richterin an und verhängte über den Kremser sechs Monate bedingt. Nicht rechtskräftig.