Reptilienexperte Georg Jachan züchtet seltene Schlangen nach.

Der Gföhler Georg Jachan ist einer der bekanntesten Reptiliensachverständigen Österreichs. Er wird immer wieder zu Hilfe gerufen – beispielsweise zu Feuerwehreinsätzen, wenn bekannt ist, dass sich eine Giftschlange in einem brennenden Haus befindet. Der Schutz der Feuerwehrleute und des Tieres hat oberste Priorität.

Aktualisiert am 22. November 2021 | 08:13

Seit 2013 betreibt Jachan über den „Verein zum Schutz exotischer Reptilien und Amphibien Österreich“ im Keller seines Wohnhauses in Gföhl ein Tierheim. Neben vom Zoll beschlagnahmten Schlangen befinden sich hier aber auch Skorpione, Spinnen, Frösche und ungefährliche Geckos und Chamäleons. Jachan setzt sich natürlich aber auch für heimische Schlangen und Reptilien ein. „Begonnen hat alles, als ich noch ein Kind war. Beim Bau der Bundesstraße B 37 war mir wichtig, dass Kröten und Frösche nicht der Weg zu ihren Laichplätzen abgeschnitten wird. Ich habe damals auch einen Brief an Landeshauptmann Siegfried Ludwig geschrieben – mit Erfolg: Im Bereich Jaidhof wurden unter der Trasse einige Rohre eingezogen, über welche die Tiere ungefährdet weiterwandern können“, so der Reptiliensachverständige.

Da im Tierheim auch einige giftige Tiere gepflegt werden, wird Sicherheit großgeschrieben: Sämtliche Fenster sind mit Lochblechen versehen, die einen Schmelzpunkt von 400 Grad Celsius haben. Alle Terrarien sind versperrt, und der Keller kann nur über ein Schleusensystem betreten werden. Jachan versichert: „Dass eine meiner Schlangen im WC eines Nachbarn auftaucht, ist unmöglich!“ Weiters ist er Mitglied des Serumdepots Berlin, über das Jachan verschiedenste Gegengifte beziehen kann.

Aruba-Klapperschlange erfolgreich nachgezüchtet

Besonders am Herzen liegt ihm der Artenschutz. Einige der im Tierheim lebenden Reptilien sind in freier Wildbahn fast ausgestorben. So schätzt man, dass es von der giftigen Aruba-Klapperschlange nur mehr rund 200 Tiere auf der namensgebenden Karibikinsel gibt. Die Schlange kommt auch nur dort vor. Jachan hat es geschafft, das im internationalen Artenschutzabkommen (CITES) gelistete Tier erfolgreich nachzuzüchten, und blickt auf eine 20-jährige Zuchterfahrung bei diesen Schlangen zurück. Zuchterfolge verzeichnete er auch beim Seychellen-TigerChamäleon und beim Usambara-Chamäleon, das auf Tansania beheimatet ist. Der Reptilienexperte hat vor, sich mit seinen Kontakten an Rücksiedelungsprojekten zu beteiligen.

Seine Arbeit kann monetär unterstützt werden: IBAN AT36 3242 6000 0091 0075.